218 Meklenbmgische Linie,
Vererbung des Gutes war ohne Zweifel eine rechtmäßige:die Allvdialisirung des Gutes war wiederholt landesherrlichbe ätigt, die zur Zeit der Allvdialisirung lebenden Agnatenhatten in dieselbe gewilligt, auf den Allodicilbesitz warenwiederholt Testamente und Verträge gegründet, die Erbenwaren über 50 Jahre lang im ruhigen Besitze des Gutesgewesen und niemand hatte denselben bezweifelt. (Manvergl. über alle diese Hergänge Theil II, S. 308 flgd. undS. 325 flgd.)
Hans Kurt v. Halbcrstadt war im Anfange des I.1727 ohne Hinterlassung von Erben gestorben. Da erschienPlötzlich im Anfange des Monats August 1727, als KarlLeopold v. Halbcrstadt ins Lüncburgische gereiset war,Capitain Claus v. Oertzen und setzte sich ohne Meldungund ohne Beweis der Rechtmäßigkeit seiner Ansprüchegewaltthätig in den alleinigen Besitz des Gutes Schossin,worin er sich auch einige Jahre lang durch Gewalt behaupteteund alle Einkünfte für sich behielt. Am 8. August 1727zeigte er an, daß er „vor einigen Tagen die Composscssion„des Gutes Schossin nach rechtlicher Art wirklich ergriffen„habe, da er mit dem Obristlieutcnant Siegfried auf„Vogelfangs in gleichem Grade der Verwandtschaft stehe„und sein Vater Obrist Claus v. Oertzen nicht in die„Allvdialisirung des Gutes gewilligt habe." Hier in Schossinsetzte er nun sein nach allen Seiten hin gewaltthätigcsBenehmen fort, bis eine viel Aufsehen erregende Gewaltthatseinem Benehmen ein Ziel setzte.
0 In der Biographie dieses Gcschlcchtsvcttcrs sehe man dasNähcrc über die damalige politische Lage des Landes. Anch Clans0. Oertzen hat sich in die damaligen Wirren gemischt. Am 14. Octobcr1724 finden wir ihn zn Danzig bet Herzog Karl Leopold, welcherdamals dort sich aufhielt, o. Oertzen war da im Auftrage anchanderer Landes-Eingcsessencr und stellte mit in ihrem Namen einenRevers aus, worin er und sie sich als unbedingte Anhänger desHerzogs bekennen. — Clans muß also seinen nächsten Verwandtenfeindlich gegenüber gestanden haben. Vielleicht steht in Verbindungmit politischen Differenzen anch das „Demcloe", welches er etwasspäter mit seinem Vetter Hclmnth Friedrich ans Noggow hatte. Esist davon die Rede unmittelbar vor Clans' Unthat vom zweitenWcihnachtstagc 1729.