Haus Roggow. ig?
Richtung eine weit reichende Thätigkeit, auch bekanntlich fürMeklcnburg, entwickelte. Von besonderer Wichtigkeit aberwar das Vertrauen des hochbegabten Herzogs FriedrichFranz k., welcher mit v. Ocrtzen alle wissenschaftlichenNeigungen theilte und sich ununterbrochen des Raths undder Hülfe desselben bediente.
Zunächst freilich mußte v. Oertzen seine ganze Kraftwichtigen Hofdicnsten widmen, da er sich durch seine„große Rechtlichkeit, Humanität, Besonnenheit und Thätig-keit das volle Vertrauen" erworben hatte. Am 22. October1797 ward er zum Kammerherrn und zugleich zum Cavalierbei dem Erbprinzen ernannt. Vorzüglich wurden ihmwichtige, große und beschwerliche Sendungen übertragen.„Mit dem zum Gesandten an den kaiscrlich-rnssischen Hof„ernannten Oberhofmcister v. Lützow begleitete er 1799 den„damaligen Erbprinzen Friedrich Ludwig, als Kavalier„des Letztcrn, auf der Reise nach Petersburg und war„Zeuge sowohl der dortigen Verlobung des Erbprinzen am„16. Mai mit der Großfürstin Helena Paulowna, zweiten„Tochter des Kaisers Paul I., als auch der Vermählung„zu Gatschina am 23. October. Nach seiner Rückkehr mit„Beiden im Februar 1800 erhielt er von dem regierenden„Herzoge und der fürstlichen Familie die ehrenvollsten„Beweise der Zufriedenheit und durch Vermittelung des„Erbprinzen das Ehrenkrenz des Ritterordens vom Heiligen„Johannes zu Jerusalem von dem Kurfürsten von Baicrn.„Die folgenden öftcrn Reifen nach Rußland waren seinem„Beobachtungsgciste, der Erweiterung seiner geschichtlichen„und staatswissenschaftlichen Kenntnisse, besonders seinen„Lieblingsstudicn, die ihn immer mehr anzogen, äußerst„förderlich. Nach dem unglücklichen Tode des Kaisers Paul 1.„(f30. März 1801) begleitete er im Mai 1801 schon„wieder den Erbprinzen und dessen Gemahlin nach Peters-burg. Da die fürstlichen Herrschaften dort bis in den„October verweilten, so benutzte er den längern Aufenthalt„nicht nur zu ernstlicher staatsmännischer Beobachtung,„sondern auch zu einer umfänglichen Reise in das Innere„Rußlands." Um diese Zeit wird es auch gewesen sein,daß er mit dem berühmten Professor A. L. v. Schlözer