Druckschrift 
4 (1886) Der mecklenburgischen Häuser und der älteren Zweige des Hauses Alt-Helpte neueste Geschichte, von etwa 1700 bis zur Gegenwart
Entstehung
Seite
166
Einzelbild herunterladen
 

»MIMU >1li »VW»ll1>M>WMW

166 Mekleubiirgischc Linie

das Fürstenhaus und das Vaterland, als auch und besondersdurch seine gelehrten Bestrebungen eine Wirksamkeit, derenFolgen noch bis in die Gegenwart segensreich wirken.

Glücklicher Weise besitzen wir eine Lebensbeschreibungvon ihm von dem Professor Norrmann zu Rostock.Vorzüglich trieb v. Oertzen geschichtliche Studien, namentlichüber die Geschichte Mcklcnburgs. Wie er kein wichtigesgeschichtliches Zeugniß unbeachtet ließ, so suchte er früh auchOrdnung und Klarheit in das bekannte Zehntenrcgistcr desBisthums Ratzeburg (ungefähr vom I. 1230, s. jetzt Mekl.Urkundenbuch I, Nr. 375) zu bringen und entwarf eine Kartedes alteie Bisthums, auch um dieses in sich und gegendie benachbarten Bisthümer abzugrenzen. Zur Ausarbeitungeiner erläuternden Schrift kam v. Oertzen jedoch nicht.Aber nach seinem Tode gab der Revisor Neucndorf zu Rostockdie Karte mit Erläuterungen, zum Theil nach v. Oertzcn'sSammlungen, in einer eigenen Schrift heraus:

Die Stiftsländer des ehemaligen BisthumsRatzcburg, topographisch und geschichtlich dargestelltvon I. H. Neuend orff, Revisor pp. Mit einerVorrede des Hofraths und Professors Norr-mann, Rostock und Schwerin, 1832.

Diese Vorrede ist eine Lebensbeschreibung v. Oertzcn's.Norrmann war Professor der Geschichte und Staats-wissenschaft an der Universität zu Rostock und wird alssolcher im Staatskalender 1790 bis 1837 aufgeführt, waralso nicht nur ein Fachgcnosse, sondern auch ein Zeitgenossev. Oertzcn's während dessen ganzer wissenschaftlichenWirksamkeit. (Ueber das Ratzeburger Zchntcnregister unddessen Bearbeitung vgl. auch:Das Zehntenrcgistcr desBisthums Ratzeburg, von Arndt, Schvnberg, 1833".)Wir können also im Weiteren ganz sicher diesem Leitfadenfolgen.

Bei seinem wissenschaftlichen Streben war es natürlich,daß er mit vielen gleich gesinnten und gleich gebildetenMännern in engem Verkehr stand.Vorzüglich lebhaftund in's Einzelne gehend war der Briefwechsel mit seinemgleichstrebenden vertrauten Jugendfreunde, dem bekanntenspätern preußischen Minister v. Kamptz", welcher in gleicher