Haus Roggow. 31
„Oerzenhof, nach dem letzten Besitzer, so der meck-lenburgische Landrath Herr von Ocrzen auf Roggow„gewesen ist, der diesen Hof an die Krone Schweden ver-lauft hat."
Es ist also sicher, daß der Landrath Hclmuth Friedrichv. Oertzen auf Roggow den Schwarzcnhof nach dem Jahre
1727 gekauft und im Jahre 1753 verkauft hat, denselbenalso zwischen 1727 — 1753 besessen hat.
Noch ane 9. Decbr. 1752 vermachte Helniuth Friedrichin seinem Testamente „den Hof auf Pöl und das Haus zu„Wismar", seinem jüngsten Sohn Jaspar, als „unzertrennlich„mit Roggow" verbundenes Gut, besonders zu dem Zwecke,von der Pacht von 'Oertzcnhof an den „Predigtstuhl zu„Russow die 183 Thaler jährlicher Revenuen für den ge-wesenen Pfarracker" zu entrichten. Aber in dem Codicillevom I.October 1753 hob er die Bestimmungen des Testa-mentes wegen Oertzenhof auf, da er der Schwedischen „An-sprüche" halber ihn nicht habe „in dem Zustande conservirenkönnen" und „umb keinen noch größern Schaden und Ver-druß zu erwarten, nur resolviren müssen", ihn zu verkaufen.Zur Entschädigung seiner Russower Kirche bestimmte ernunmehr baare Mittel, die zu vermehren und sicher an-zulegen sein Sohn Jaspar übernehmen sollte.
Auf einen sichern Besitz gestützt und eine treue Haus-frau zur Seite, fand Helmuth Friedrich inzwischen Gelegenheit,oder vielmehr, man suchte ihn, das Vaterland mit seinemRathe und seiner Rechts- und Menschenkunde aufrecht er-halten zu helfen. Meklenburg war durch die Gewalt-thätigkeiten des Herzogs Karl Leopold in die größte Zer-rüttung gerathen. Zwar war mit der Besetzung des Landesdurch hanuoversche und braunschwcigische Executions-Truppeuim Jahre 1719 und die Ernennung einer Commission derGewalt auf eine Zeit lang gesteuert; aber der Herzog, welcher1721 nach Danzig gegangen war, machte immer neue Ver-suche seinen Standpunkt zu behaupten, so daß auch Preußensich veranlaßt sah einzuschreiten. Endlich ward im Jahre
1728 denr Herzog die Landesregierung genommen und seinBruder, der edle Herzog Christian Ludwig, zum Admi-nistrator eingesetzt. Damit im höchsten Grade unzufrieden,