Haus Rvggvw.
der Meklenburgischen Ritter- und Landschaft seinen Sitzaufgeschlagen hatte. Wer er konnte noch lange nicht heim-kehren, da der Herzog Carl Leopold die Verfolgungen gegendie Ritterschaft fortsetzte. Wenn auch Susanna FrancinaAlles aufbot, um ihrem Gemahl die trüben Zeiten zu er-leichtern, so trafen sie dort doch auch harte Kämpfe. Währendihres Aufenthalts zu Gudow starb ihre von ihr geliebteund verehrte Stiefmutter Eva Sophia, geb. v. d. Lühe,welche sie mit großer Aufopferung während der ganzenKrankheit pflegte. Nach dem Begräbniß war ihr schwäch-licher Vater genöthigt, zur Kur nach Carlsbad zu gehen;Susanna Francina mußte die Reife mitmachen und diePflege sowohl während der Kur, als auch nach derselbenwährend einer heftigen Krankheit in Gudow übernehmen.Am 1. September 1718 gebar sie im Exil zu Gudow diefünfte Tochter Anna Christine. — Nicht lange vorher hattesie das Ihrige gethan, um die von Herzog Karl Leopoldüber die Güter ihres Gemahls verhängte Sequestrationrückgängig zu machen. In den ersten Monaten des Jahres1718 war Gerdcshagen beschlagnahmt worden; SusannaFrancina stellte dem Herzoge vor, sie habe ihrem Gemahlsoviel an Capitalien und Mobiliar zugebracht, daß sie dasGut als „fast ihr Eigenthum" betrachten könne. Natürlichwar ihre Verwendung ohne Erfolg.
Trotzdem vergaß Helmuth Friedrich seine Schutz-befohlenen in der Heimath nicht; er übersandte an die vomHerzog eingesetzte Verwaltungs-Commission eine beträchtlicheSumme zu „Conscrvirung" der Gerdeshäger Bauern undEinwohner, die von der Russischen Einquartirung hart zuleiden hatten. Wie sehr er schon früher den Dank unddie Liebe der „Unterthanen" sich verdient hatte, beweist dasunanfechtbare Zeugniß eben jener Verwaltungs-Commission.Sie berichtet einmal an den Herzog: von Oertzen habe dieBauern, die „weniger als einen bloßen Stock" in Händengehabt, aus seinen eigenen Mitteln" eingesetzt, auch das„Reglement" der von ihnen zu leistenden Hofdieuste „nach! „ihren Umständen und Vermögen selbst entworfen." — Alsendlich 1719 eine Executions-Armee in's Land gerückt unddie Russischen und herzoglichen Truppen aus dem Lande
25