Haus Roggow. 13
„holen". Als Joachim im großen Schmerze über denVerlust seiner Frau am 4. Julii 1674 nach den Nieder-landen ging, schrieb er: „Alexander gedachte f^ich^f jüngst„von der Lentzer Wische mitzubringen; er ist aber daselbst„besser gepfleget und in Acht genommen, als hie, zudem„hätten sie es daselbst übel genommen, wenn ich auf seine„Abreise hart gedrungen hätte". Nachdem Joachim sich1676 wieder verheirathet hatte, wird er das Kind wiederzu sich genommen haben, um so mehr, da auch seineSchwester 1677 ihren Mann verlor.
Alexander ward sehr jung in Kriegsdienste gegeben,in denen er einen frühen Tod fand. Der Vater schreibtin die Familien-Bibel: „Er ist aber in der Blühte seiner„Jahre und zwar Ao. 1684 als dranä wousgustair in„Cuhr Brandenburgischen Diensten, wie er im damahligen„srantzösischeu Kriege in OainpaAns gehen sollen, im West-fälischen, und zwahr zu Bockum, ein Städgen, gestorben„und daselbst begraben". In der Jahreszahl wird hier einSchreibfehler stecken. Alexander würde 1684 für einenFeldzug Wohl noch zu jung und auch geistig noch nichtgenug ausgebildet gewesen sein; auch gab es 1684 nichteinen Krieg der bezeichneten Art. Richtiger ist ohne Zweifeldie Nachricht in der Leichenrede auf den Vater Joachim:„Alerandcr, der mittelste von den drei Söhnen Joachim's„verschied Anno 1689 zu Bockem (jetzt Bochum) in der„Grafschaft Mark als tlrainl mousgustair unter der könig-„lich-preußischen Cavallier-Guarde an einer Hauptkrankheit".Der damalige „französische Krieg" war der erste Feldzuggegen den Verwüstungskrieg Ludwigs's XIV am Rhein.
63.
Helmut!) Friedrich.
1673 — 1754.
Gem. 1. 1703: Susanna Francina v. Bülow, F 1729.
2. 1731: Elisabeth Marie v. Bülow, st 1774.Z. 232. S. XV.
Hclmuth Friedrich v. Oertzen war der jüngste SohnJoachim's auf Roggow und ist in der Familiengeschichte