Hans Roggow. 9
„sonst schwachen Schultern und ließ sich keine Mühe, keine„Sorge zu schwer fallen, wie sie vordem ihres Eheliebsten„tröstender Engel gewesen, also nun auch in Conservirung„seiner Güter ein Schutzengel zu sein, so daß der zu be-sorgende gänzliche Nuin der Güter sehr weislich abgewandt„ward."
„Anderthalb Jahre waren verflossen, seitdem der Obrist-lieutcnant wieder auf seine Güter gekommen", als SophieCharlotte am 30. October 1720 plötzlich erkrankte. Aus vielenAndeutungen geht hervor, daß sie von zarter und schwäch-licher Leibesbeschasfenheit war. Die Fieber nahmen raschüberHand und setzten ihrem bewegten Leben am 9. November
1720 in ihrem 44. Lebensjahre ein Ziel.
Sie wird in der Leichcnpredigt als eine in jeder Hinsichtverehrungswürdige Frau gerühmt, und ihr thätiges Lebengiebt dafür Beweise genug. Jedoch war ihre Ehe nichtmit Kindern gesegnet. Ihr Leichnam ward am 13. Februar
1721 in der Kirche zu Russow beigesetzt, deren PatronJaspar v. Ocrtzen war. Hardenack Otto v. d. Lühe, desPrinzen Karl von Dänemark Kammerjunkcr, hielt ihr imHause zu Roggow eine „Standrede" und der Pastor Ton-macher zu Russow die „Trauerrede" mit einer ausführlichenLebensbeschreibung oder „Ehrcngedächtniß"; in der Kircheward ein „Trauer-Concert vom (tüoro Nusieo aus Wismar"aufgeführt; vier Prediger widmeten ihr einen Nachruf inGedichten.
Nach mehreren Jahren, am 21. Februar 1727, ver-mählte sich Jaspar IV v. Oertzen zum zweiten Male mitAgnes Aemilia v. Plessen, zweiten Tochter des ehe-maligen dänischen General-Lieutenants v. Plessen auf demRoggow benachbarten ehemaligen v. Oertzen'schcn GuteWustrow, auch Detershagen, Hanshagen, Tützen undMüsselmow, welche im Jahre 1688 geboren, also nichtmehr jung und ihm gewiß lange bekannt war. Am 17.September 1728 stand sie, nach der Gorow'schcn Familien-bibel, bei des Claus Detlof II v. Oertzen auf Gorowvierter Tochter Agnes Aemilia Gevatter.
Doch währte diese Ehe, welche ebenfalls kinderlos blieb,nur sehr kurze Zeit. Jaspar hatte sich nicht einer besonders