Haus Roggow. Z
Charlottc von Lützow hat eine sehr bewegte und traurigeJugend durchlebt. Schon im Jahre 1682 starb ihreMutter; sie war sicher am 14. September 1682 todt. st
Ihre vier Geschwister waren in zarter Jugend gestorben.Der Vater, in mühsamen Kriegsdiensten stehend, verheirathetesich zum zweiten Male mit Eva Catharina v. Zülow ausdem Hause Stictcn, welche ihm fünf Kinder schenkte, vondenen aber auch nur zwei Töchter übrig blieben. NachSchließung der zweiten Ehe suchte der Vater seine SophieCharlottc v. Lützow zur Erziehung in ruhigere Verhältnissezu bringen. Im Jahre 1693 hatte sie aber das Schicksal,auch ihn zu verlieren; er fiel als „kurfürstlich brauu-„schweigischer Obristlieutenant zu Fuß auf dem Bette der„Ehren" in der blutigen Schlacht von Nccrwinden (oder„Landen") in Brabant am 29. Julii 1693. Von nun anwar ihr junges Leben eine lange „Pilgrimschaft". Zuerstwurde sie von ihrer mütterlichen Großmutter Elisabeth v.d. Lühe zu Schuleuberg liebreich aufgenommen; aber auchdiese starb schon am 5. Februar 1695. Eben damals sorgteihre Stiefmutter Eva Katharine geb. v. Zülow dafür, daßihr das mütterliche Vermögen, welches in Redderstors stand,ausgekehrt ward. Nun nahm die von neuem schutzlosgewordene Waise ihres Vaters Mutter Katharine Elisabethgeb. v. Precn, welche damals in Schwerin wohnte, zu sich,wo sie besonders in den Wissenschaften unterrichtet ward;später zog die Frau v. Lützow mit ihrer Enkelin zu ihrerSchwester Frau v. Pentz nach Bcsendorf. Endlich riefJoachim v. Oertzen, welcher in zweiter Ehe mit ihrer leib-lichen Mutter Schwester vermählt war, unsere SophieCharlotte zu sich nach Roggow.
Hier erwarb sie sich allgemeine Achtung und Liebeund gründete dadurch ihr Lcbcnsglück. Am 15. Julii 1701vermählte sie sich zu Roggow mit Joachim's von Oertzenältestem Sohne Jaspar, wie oben gesagt, „mit Gcnehm-„haltung und Wohlgefallen des Vaters". — Sophie Charlotte
st In der Leichenrede auf Sophie Charlotte v. Oertzen wirdgesagt, daß ihre Mutter iin Jahre 1695 und ihre Großmutter imJahre 1683 gestorben sei. Dies ist aber ohne Zweifel eine Ver-wechselung, vielmehr das Umgekehrte richtig.
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