112 Stargardische Linie.
scheere", von der Art, wie sie das in Meklenburg einsthochangesehene Geschlecht der v. Axekow's (neben Seeblättern)führte, das den v. Oertzen im Besitze von Gorow vorauf-ging'). — Der zweite (mittlere) Streif des Schildes trägtzwei Querbalken; hinten folgt ein Geräth, welches denWiderstandspunkt für die heraldische Disciplin bildet. Be-gnügen wir uns zu bemerken, daß es augenscheinlich, undzwar vor 1700, in das sonst nur aus den beiden erstenFeldern gebildete Wappen ist aufgenommen worden, sowiedaß es theils als zwei alterthümliche Schlüssel, theils alseine Art „Sturmleiter" (nach Maßgabe der bekanntenv. Bredow'schen, nur schlanker gebaut) angesprochen wird.Seit dem Mittelalter oder doch bald nach der Reformationsitzen v. Hagen's von diesem Schlage auf den GüternDeuna im Eichsfelde, sowie Gebra. Von ihm aus überdas nach Nordwest gelegene Städtchen Bleichcrode in der-selben Richtung weiter, an den Vorbergen des Harzes, liegtder Kirchort Stöckey, der Wohl erst um 1650 erworbenwurde, von Christoph v. Hagen nämlich, dem Landeshaupt-mann der Grafschaft Hohenstein; denn das ist der eigen-thümliche Name des territorialen Verbandes, welcher politischdiese Gegend umfaßt. Als hervorragende ständische Functio-näre haben die v. Hagen's dort oftmals gewaltet, insbe-sondere die nächsten Angehörigen des Mannes, der imPreußischen Gesammtstaatswesen eine so hohe Stellung ein-nehmen sollte und der uns hier näher angeht.
Christoph's v. Hagen beerbter Sohn war Ludwig Chri-stoph (1646—84), der wieder mit einer v. Dachröden einenSohn Friedrich Philipp (1683—1754) zeugte, dereinstigcnHerrn von Stöckey und Vater von 5 Söhnen, unter denenLudwig Philipp die zweite Stelle einnimmt. Ihrer AllerMutter ist diejenige, welche den merkwürdigen Umschwungnamentlich hinsichtlich der Begüterung des Hauses hervorrief.Gertrud mit Vornamen, war sie eine Tochter des ChristophFriedrich v. Münchhausen (f 1700) aus dem altbekannten,eigentlich südhannöverschen Geschlechte, das als „redendes"Wappen den „Mönch" im Schilde führt. In seiner
') Nachträge zu Bd. II., S. 6.