102 Stargardische Linie.
in der kömglichen Verwaltung zum Durchschlag brachten. —Doch alles dies konnte erst 1784 in Folge der allgemeinbekannten, hier nicht zu erörternden Vorgänge zur Aus-führung kommen; bis dahin hatte, als ein nicht unähnlicherErsatz für Struensee, das Ministerium Guldberg derUgeistes-schwacheu König Christian VII. in Händen. Dessen Stief-mutter, die berüchtigte Margarethe Juliane, war die eigent-liche Regentin; sie hätte fast den Krieg mit der jetzt inRußland herrschenden Holstein-Gottorper Linie herbeigeführt.Dieser waren augenscheinlich (vgl. 8 609) die v. Oertzen'snäher attachirt; so erklärt sich vielleicht insbesondere LudwigChristian's unbeachtete Existenz, die er während der Guld-bcrg'schcn Epoche endete.
30.
Kourad Henning.
1719 (- gegen 1800).
Gem. 1753: Sophie Magdalene v. Blome (tz 1808).§ 609. 6. XVI.
Bessere Kunde, als von den übrigen Kindern des Ge-neralmajors v. Oertzen in dänischen Diensten, hat man vonseinem jüngsten Sohne, welcher durch seine Nachkommen denausländischen Zweig des Hauses Lübbersdorf noch auf eineweitere Generation gebracht hat. Laut gleicher Quellen,wie sie bei seinen Brüdern erwähnt wurden, geboren am13. December 1719 und schon 5 Jahre alt des Vatersberaubt, hat er Wohl keine allzuglänzende Jugend genossen;durch seine Verwandten gestützt, gelangte er zu einer Dienst-charge am königlichen Hofe. Am 30. Mai 1738 (oderschon 1737?) wurde er „zweiter Hofjunker" beim Erbprinzenvon Holstein. Das ist (Karl) Peter (Ulrich), der 1762 einso tragisches Ende an den Stufen des russischen Thronesnahm, worauf seine Gemahlin als Katharina II. für einMenschenalter lang das Reich überkam. — Eben Ivjährig,als v. Oertzen bei dem Prinzen in Funktion trat, hat letz-terer ein Jahr hernach (18. Juni 1739) seinen Vater, HerzogKarl Friedrich von Holstein-Gottorp, verloren. Was während