Druckschrift 
1 (1872)
Entstehung
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STIFTUNOSBRIEF DER UNIVERSITÄTINO OL STADT*)

In dem Namen der heiligen Drivaltigkeit, Amen. Wir LUDWIG von Got-tes Genaden Pfalzgrave beyRein, Hertzoge in nidern und obern Beirn, ete. bekennenund thun kundt offenlich mit dem Brief für uns, unnser Erben, und Nachkomengein allermenigklich, so wir betrachten, das under andern Säligkeiten, die diMenschen in disern vergengklichen Leben aus Genaden des allinechtigen Gottes errai-chen mögen, Lere und Kunst nicht die mynst, sonder der merklichisten und vorde-risten aine zu achten ist, dan dardurch wirdet der Wege zu heiligem gutem Lebengeweyset, menschlich Vernuft in rechter Erkantnus erleuchtet, zu löblichen undguten Sytten gezogen , christenlicher Gelaub gemeret, das Recht und gemainerNutz gepflanzet, auch die, so von nider Geburt herkomen zu hohen Wirden undStand gefurdert. So wir auch dabey zu Herzen nemen, das die gütlich Barm-herzigkeit unser Vordem und uns vor langer Zeit in fürstlich Ere und WIrdigkeiterhöhet, und seines Volckhs und Erdricks ein merklich Tail bevolhen hat, soerkennen wir uns pflichtig zu sein, seiner Miltigkeit dankh zu sagen, und unserngetruen und embsigen Vleis anzukern, damit die Kunst in menschlich Gemuetgebracht, ir Synne und Vernuft erleuchtet, der kristenlich Gelawb erweyttert,auch das Recht, gut Sytten, und Erberkait gepflanzet werden.

Und darumb Got dem allmechtigen zu Lob, der Kristenhait zu Besterckung,allen gelaubigen Menschen zu gut, gemeinem Nutz und dem Rechten zur Forderung,auch unser Vorvordern, unser, unsern Erben und Nachkomen Sele zu Trost, sohaben wir in Kraft der Vergönung und Erlaubnus, so uns unser heiliger VaterPabst PIUS der ander selig Gedächtnus, v&tterlich und genedigklicli, Inhalt seinerHeiligkeit Bullen darüber ausgangen gethau hat, auch nach manigfeltiger Vor-betrachtung, zeitigem Rat, und rechter Wissen, ain hohe gemain wirdig undgefreyet Universitet und Schnei in unserStat INGOLSTAT fürgenommen, geordentund gestift, nemen sy für, orden und stiften die auch für uns, alle unser Erbenund Nachkomen unwiderruflich in Kraftdes Briefs, also das man nw fürbas ewigklichdaselbst lesen, leren, und lernen solle all göttlich erlawbt und gewondlieh Kunst,natürlichem Wesen und guten Syten, von christlichen und weltlichen Rechten,von der Ertzney, und den freyen Künsten; alsdan uns solichs der genant unserheiliger Vater Babst PIUS aus sondern Genaden erlawbet und gegeben hat.

Wann wir nw in gantzer Hofnung sind, das vil trefenlicher Doctor, LicentiatenundMayster, die lesen und leren, auch sonst manigs Herren und frommen Mannskinderaus andern und unsern Lannden in solich Universitet und gefreyt Schuel körnen,die mit Hilf Gottes in Künsten und Tugenden wachsen, und täglich aufnemenwerden, so bedärffen sy darinn und darzu ettliclier Hewser, Güter und Gült, auchsonders Schirms, Schutz, Gemachs und merklicher Freyhait, Genaden und Rechte,dardurch sy mit Rue und Frid wirdigklieh und unverhindert in göttlicher undvernunftigklicher Uebung irer Lerr, Lerung, und Studirens auswarten, und diemit Gottes Hilf begreyffen, und uberkommen mögen.

Annales Ingolstadiensis Academiae. Pars IV. Codex diplomaticus. EdiditJohann Nepomuk MEDERER. Pag. 4257. Ingolstadii 1782 in 4°.

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