Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
145
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nur in Brügge und Gent zu finden war, vergebens seine fer-ncrn Geheimnisse herauszulocken versucht hatte. Herr Philippvon Eleve hegte selbstso großes Verlangen nach dieser Art vonHandhabung der Gerechtigkeit, daß er die Auslieferung Poucke'svon den Gentern begehrte, um zu Sluys ihn peinigen undrichten zn lassen. Allein die Bürg.r waren eifersüchtig aufihre Kriminaljusiiz und wollten eines solchen Vergnügens, wiedas einer feierlichen Hinrichtung, nicht gern sich berauben;darum entschuldigten sie sich in aller Freundlichkeit und De-muth bei Monscignenr, ihrem Bundesgenossen. Solch frevel-haftes Spiel mit Grundsatz, Leben und Eigenthum spielte injener Zeit der Partcigcisi i» den kleinen flandrischen Repu-bliken : alles aber im Namen der Freiheit und des Rechtes,für des Landes Wohlfahrt und des Beherrschers Interesse.

Um die Mitte des Jänners unternahmen einige Haupt-leutc von Gent mit zahlreichem Volk ein Waguiß auf Dir-muyde; sie schritten über das feste Eis, erkletterten Wälle undMauern, mordeten die Besatzung und plünderten nach Beha-gen. Graf Engelbrccht, hievon berichtet, brach alsbald nachDirmuyde auf und zwang die Gcnter zur Uebcrgabe; docherhielten sie von ihm freien und ehrenvollen Abzug. Nachdemdie Einwohner des Städtchens durch die Feinde viel gelitten,wurden sie jetzt auch noch durch die Beschützer gequält. Beialler sonstigen Mannszucht konnte in diesen Tagen der Racheund des Hasses Engelbrccht nicht allen Ausschweifungen seinerSöldner steuern. Die bosc Stimmung- mehrerer flandrischenAnnalisten auf Engelbrccht im Allgemeinen hat auch hier inmauchcrlci Ergicßungc» über die Härte seines Gemüthes Luftsich gemacht; gleichwohl geben ebendieselben zu, daß in denKämpfen dieser Periode die Parteien niemals sich Pardongewährt hätten"). Die Wallonen und die Flamänder, welchemehr Beweggründe finden konnten, Erbarmen gegen ihre über-

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