Drittes Kapitel.
Gcrlach (III.) von Nassau, Erzbischof von Mainz,von seiner Wahl bis zur faktischen Besitznahmeder Chur.
§)ie Nassau's, deren Glanz im Besitz des königlichenThrones so frühe erbleicht war, erneuerten ihn, als siemit einer Stellung zweiten Ranges in den Ereignissen desReiches sich begnügten; oder vielmehr, sie leiteten in die-ser Stellung nicht selten die Ereignisse im Allgemeinen,und wurden denjenigen, welche, ihrem Namen und Rangenach, höher als sie standen, durch die Kraft ihres Geistes,durch die Gewandtheit in politischen Geschäften, durchihre tiefe Menschenkenntniß und durch die Kunst, nachGutdünken die Karten zu mischen und die Intriguen zuleiten, die Leidenschaften zu versöhnen oder zu erregen,große Zwecke der Freiheit oder der Wissenschaft zu för-dern, abwechselnd Gegenstand der Achtung und der Furcht,der Zuneigung und des Hasses, des Tadels und der Be-wunderung.
Sie lieferten talentvolle Männer in dem Heerwesen unddem Kabinette; doch unterscheidet man in der nächstenReihe, welche die walramische Linie nunmehr aufweist.