Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
208
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einer Stadt des Pfalzgrafen Rudolf, lag und mit Zerstö-rung ihr drohete. Auch beschloß man einen andern Edlenan Adolf zu senden, welcher die Botschaft von dem ihmwidcrfahrnen Ungewinn übermachen sollte. Mit schweremHerzen übernahm solches der Reichsmarschall von Pappen-Heim, des an der Elz Ertödteten Bruder oder Sohn. Der-selbe that ihm nun kund, daß er ferner mit dem Reichenichts mehr zu schaffen hätte, indem er den Bann allerPfaffen ja verdient hätte, (') und mit Recht die Krone ihmgenommen und dem Herzog Albrecht widertheilt worden sey.

Mit zornigem Gesicht und mit königlichem Stolze fuhrAdolf den Boten an und sprach : »Sagt an, guter Herre,wer hat euch den Auftrag gegeben, mit solchen Mährenvor den obersten Vogt des Reiches zu treten? Wahrlich,wenn drei der mächtigsten Könige euch damit entsandt hät-ten, die Botschaft müßte ihnen theuer zu stehen kommen,die ihr hier an diesem Ziel auswerft. Wollt ich des Rei-ches Schmach nur bedenken, welche hier ihm zugefügt wird,so wärt ihr in euer Verderben gerannt und müßtet ihrkläglich sterben.« — «»Nein, Herr,«« sprach der Marschall,«»Ihr sollt an mir Euer Ehr und Gut erkennen und baßmich betrachten!«« — »So nennt mir dann,« fuhr derKönig fort, »wer diejenigen sind, die nach meiner Würdeso gewaltsam ihre Hand ausgestreckt.« — Da antworteteder Bote klug und rasch : »»Ich sah bei einander sitzen denvon Mainz, den Markgrafen von Brandenburg und einenGevollmächtigten des jungen Pfalzgrafen Ludewig, dessenBriefe öffentlich verlesen worden sind; auch sah ich einenweisen, hohen Mann, den der König Wenzeslaus vonBöhmen an seiner statt hergesandt. Eben so war bei ihnen

(') Dies sind des österreichischen Chronikanten eigene Worte.