Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
76
Einzelbild herunterladen
 

— 76 —

Die Verbündeten hatten die Gule überschritten und aufeinem Hügel sich gelagert, wo sie die Übersicht der bra-bantischen Kräfte gewannen; schon schmetterten die Trom-meten und die Schaarcn schickten wechselseitig sich zu blu-tiger Begegnung im Thale an, als fromme Franziskaner,die dem Heere Herzog Johanns gefolgt, im edlcrn Sinneihres Berufes, nochmals zu vermitteln suchten. Man kamüberein, den Grafen Guido von Flandern zum Schieds-richter zu ernennen; inzwischen wurdent>ie Feindseligkeiteneingestellt. Guido gab seinen Spruch ab, aber, wie esschien, allzuparteiisch für die Interessen Rainalds vonGeldern und seine eigenen; er fürchtete die allzumächtigeNachbarschaft von Brabant. Johann, erbittert darüber,setzte den Kampf, der frühern Abrede zuwider, fort, unddie Wegführung des Drostes von Limburg durch Reinervon Wcgcsitcn gab das Signal zu Eröffnung der Feind-seligkeiten. Große Verwüstungen bezeichneten sofort überallden Tritt der Brabäntcr; am meisten litten darunter dieStädte Aachen und Utrecht. .Erstere ward von HerzogJohanns Schaarcn besetzt und vertheidigt, und von dortaus mehr als ein schädlicher Ausfall in's Limburgischegewagt. Die Edlen des letzten Landes suchten die Stadtauszuhungern und schnitten alle Zufuhren ab; doch erhieltman von Utrecht, trotz aller Gegenanstrengungen derVerbündeten, endlich bedeutenden Mundvorrath; die Rit-ter von Rotselaar, Gasebecke, Cupck, Berlar, Heusdcn,Verthoud, Dicst, Wesemal und Walheiu, an der Spitzevon mehr als 1606 Brabäntcrn, hatten den Zug gedecktund darauf den Rückmarsch ungehindert wieder angetreten.

Allein die Dankbarkeit über gefristetes Leben entwaffneteden Haß des Volkes zu Aachen nicht wider die unfreiwilligenBeschützer; bearbeitet durch Sendlinge der Verbündeten,griff es plötzlich zur Wehr und erfüllte die Straßen in