Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
70
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sitzer des Hofgerichtcs. Er entwickelte große Ge-schäftserfahrung auf diesem Posten und gewann verschie-dene Stände durch kluge Vereinigung strenger Berufs-pflichten mit Rücksichten auf Persönlichkeit und Lokalität.

In Nürnberg brachten Kunstsinn und Unterstützung va-terländischer Bauten ihm nicht geringern Ruhm. (') Esist nicht unwahrscheinlich, daß die Verdienste, welche Adolfals Vorsitzer des kaiserlichen Hofgerichtes sich erworben,das Auge der Zeitgenossen besonders auf ihn hinzog, unddaß die Erinnerung an dieselben nachmals den Plan desErzbischofs Gerhard zu seiner Erhebung mächtig unter-stätzen half.

Alle Zeugnisse der verschiedensten Parteien erkennen ihmden Preis ungewöhnlich-persönlicher Tapferkeit zu; dochoffenbart sich in verschiedenen Lebenslagen auch eine da-mit unzertrennlich verbundene Tollkühnheit, eine attzugroßeVerachtung der Gefahr und eine zu weit getriebene Rück-sichtslosigkeit auf die Umstände.

Den Freuden der Liebe war Adolf mehr als empfäng-lich, wie bereits angedeutet worden. Er kostete den Lebens-kelch in vollen Zügen, und seine anziehende Persönlichkeitgewann ihm mancher schönen Frau Dank. Es war ver-

wickelter junger Edler von 19 Zähren einen solchen Postennicht hätte bekleiden können. Mehrere Söhne Friedrichs II.bekleideten selbst in jüngern Zahrcn noch wichtigere, und En-gelbrecht II- von Nassau war ebenfalls in solchen Verhältnis»sen, wie Adolf, kaum 17 Jahre alt, unter Karl dem Kühnen.Günderode (Leben Adolfs von Nassau S. IM) hält dieganze Sache, wegen der Hofrichterstelle, für unwahrscheinlich.Die Gründe jedoch hat er nicht angegeben.

(') In Nürnberg'schen Zeitbüchern, welche die Baudenkmale ih-rer Stadt beschreiben, findet man Adolfs Lob ausgesprochen.