dazu ausgewählt. Kaum jedoch hatte der greise Held Bar-barossa die Grenze von Romainen überschritten, als überdas Schicksal dieser Gesandtschaft schlimme Nachricht ihmzukam. Ein pisanischer Kaufmann übergab einen Brief desgriechischen Kaisers, worin dieser sowohl die Verhaftungdes Grafen von Nassau und seiner Gefährten selbst an-sagte, als auch noch andere Männer von Rang als Gei-seln der Treue von Seite des Kreuzheeres auf unverschämteWeise foderte; all dieses unter nichtigen Verwänden undungerechten Vorwürfen. Friedrich, für das Leben seinergetreuen Räthe besorgt, bezwäng seinen Zorn über solcheKränkung, die noch durch Mangel an Achtung gegen seineRechte und Titel vergrößert worden. Doch drohete er miteiner Genugthuung, wie sie dem Kaiser der Teutschen unddem Namen des Nothbarts gebühre, und erklärte übrigensan Jsaak, daß keine Unterhandlung zwischen Beiden werdeStatt finden, ehe daß nicht die gefangenen Gcwaltbotenauf freien Fuß wieder gestellt worden.
Da solche Worte jedoch auf die von Aberglauben, Traum-deuterei und Selbsttäuschung über eigene Kraft durch unddurch verblendeten Griechen an und für sich keine Wirkunggethan, so gab ihnen der Kaiser durch das Schwert seinerKrieger und durch Verheerung byzantinischer Landschaftendesto größern Nachdruck. Der übermüthige Feigling krochendlich zum Kreuze und gab die Gefangenen frei. Nachmannigfach erduldeten Unbilden, von deren Natur die be-rühmte Schilderung des Bischofs Luitprands an Otto l.bei Anlaß eines frühern Falles den deutlichsten Umriß ge-ben kann, erschienen Ruprecht und seine Leidensgenossenwieder im teutschen Lager bei Philippopolis, begleitet vongriechischen Bevollmächtigten, welche gemeinsam mit ihnennunmehr die früher abgebrochenen Unterhandlungen fort-setzen sollten.