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bei Lebzeiten in sein Gut. Die Fehde Ruprechts und Jo-hanns (vonDillendurg) ärgerte Jedermann außer ihnen selbst;die Lehenshcrrcn sahen gelassenen Sinnes dem Unwesenzu. Hessen fiel über Dricdorf her und vermehrte dadurchdie Reihe von Ursachen zu unversöhnlichem Hasse des HausesNassau gegen die Landgrafschaft. Ucbcrhaupt ist diese Besitzungfast wahrend des ganzen Jahrhunderts eine Art Schicksals-knäuel für beide Dynastien und mehrere Nassan'schc Linienzugleich, und der Kampf hatte darum auch für Freunde undBundesgenossen oft unerwartete Folgen, da die Interessenund Bündnisse, je nach den Leidenschaften der Besitzeroder Nichlbesitzcr sich bildeten und trennten. Die Frage, obDricdorf Hessen zu Lehen aufgetragen oder veräußert worden,beschäftigte mehr als einen Chronikantcn Nassau's und Hes-sens. Was uns betrifft, so lassen wir den Streit unentschie-den; genug, um diese Zeit war Nassau nicht mehr im eigen-thümlichen Besitze von Dricdorf; Emicho selbst aber vonFreunden und Feinden dermaßen ausgeplündert, daß ihm nichtsmehr blieb, als das Stammschloß des Hauses und eine spär-liche Appanagc, zu welcher Johann von Nassau-Dillcnburgin dem mit Katzencllnbogcn geschlossenen Vergleiche sich ver-bindlich machte. Bald nach diesem Akte verschwindet Emichoaus der Erinnerung und mit ihm ist der Manusstamm derHadamar'schen Linie erloschen.
Wenn dieser Graf an Blödsinn und Verstandlosigkcit ge-litten, so wohnte eine desto kräftigere Seele in der SchwesterAnna, welche nunmehr, als die einzige Erbin und Nachfolge-rin ihres Vaters Johann, sich auf den Vordergrund stellte.Allein ihre Ansprüche blieben nicht unbestritten und gaben zuvielen neuen Verwirrungen und Feindschaften Veranlassung.Ruprecht der Streitbare, ihr Gemahl, hatte, nach genauer Abredeund in Verbindung mit ihr, sich des Hadamar'schen Gebietesbemächtigt; aber es fand das Paar an Johann dem Aclternvon Dillcnburg einen zähen und trotzigen Gegner. Es kam
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