Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
236
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det vor ihnen stand; auch dieses ließ sie bis an die Hüftenniederfallen, den gelehrte» und streitbaren Männern die ent-schleierten Reize zu juridisch-medizinischem Gutachten darbietend.Die Farbe ihres Körpers ward als die der reinsten fraulichenUnschuld erkannt. Aber die Folgen der Trennung waren nichtwieder gut zu machen und die Prophczcihung der ticfgckränk-ten Fürstin, daß das Volk von Gcldcn mit Seufzen einstdieselbe beklagen würde, ging nur zu bald in Erfüllung. Dergewaltsamste unter den Bewerbern um die erledigte Herr-schaft, Karl, schlug die Hand darüber und erhielt noch aufdem Konvente zu Trier die Bclchnung. Die Missethat Adolfsvon Egmond gegen seinen Vater Arnold hatte weder ihm,noch seinen Kindern Gewinn getragen. Der Erzbischof vonMainz verrichtete bei dem feierlichen Bclchnungsaktc, demThron zur Seite, fein herkömmliches Amt.

Auch bei dem Gegenbesuche, welchen der Kaiser dem Her-zog in St. Marimin abstattete, begleitete ihn Adolf von Nassau,und ebenso bei der Abreise von Trier nach Köln und Rothcn-burg an der Tauber, wo er der Bclchnung des Herzogs vonHolstein beiwohnte. Neue wichtige Dienste leistete dieser aufdem Reichstage zu Augsburg, wo er abwechselnd als Erz-kauzler und als Kammcrrichtcr auftreten mußte. Es scheint,daß er in letzterer Würde das Vertrauen der öffentlichen Mei-nung in hohem Grade erworben, da er strenge RcchtSgrundsätzemit festem Sinne vereinigte und dem Widerstände der Par-thcicn nicht leicht etwas einräumte. Die meiste Mühe machteihm der sogenannte „Anschlag des gemeinen Pfennings," zuwelchem die Reichsstande so schwer sich verstanden. Er er-lebte noch die Achtcrklärung seines Bundesgenossen, ChurfürstFriedrichs von der Pfalz und half den Reichskricg wider Karlvon Burgund dckrctircn und vollziehen. Auch bei der Kon-ferenz zu Andrnach, gegen Ende des Jahres war er sehrthätig und gehörte zu den vorzüglichsten Rathgcbcrn Friedrichsin der wichtigen Angelegenheit des zu Mainz abgeschlossenen