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Großes Interesse bietet die darauf im Jahre 1473 nocherfolgte Zusammenkunft des Kaisers mit Karl dem Kühnenzu Trier, dar. Churfürst Adolf spielte ebenfalls eine Haupt-rolle dabei und hielt eine lange Anrede in lateinischer Sprachean den Herzog, welche die glänzenden Kricgsthatcn desselbenschilderte, jedoch das Bedürfniß des Friedens für Tcutschland,Nicdcrland und anderer Staaten zu erkennen gab. Sie ward bur-gnndischer Seits erwiedert; der Feste und Zeremonien gab eseine Unzahl und die Jahrbücher dieser Zeit wimmeln von brei-ten und ausführlichen Beschreibungen derselben und zwar ineinem solchen Stplc, daß das Poetische, welches darin liegt,jede Spur verloren hat. Fast alle Glieder des Hauses Nassaubeider Linien befanden sich mit bei dem Geleite, und Adolferlebte das Vergnügen, eine Art Uebersicht seiner gcsammtcnVerwandtschaft zu erhalten und manchen trefflichen Mannaus derselben noch persönlich kennen zu lernen. Auch bei dengehaltenen Turnicrspiclen glänzten mehrere Nassau's durch Ge-wandtheit und Rittcrmuth voran.
Dagegen erlebte er noch den Schmerz, das HcrzogsthumGeldern seinem Hause cutrissen und in fremde Hände überge-hen zu sehen. Rainald II., der letzte Fürst des Nassau'schcnStammes in dieser wichtigen Provinz, hatte Eleonoren vonEngland, Schwester König Edwards III., zur Gemahlin. Erschöpfte Verdacht in die Treue dieser schönen und geistreichenFrau und ließ sich für einige Zeit von Tisch und Bette tren-nen. Herber Gram durchwühlte ihr Herz und als sie erfah-ren, daß Sachverständige aus der Farbe des Leibes Schuldoder Unschuld erkennen zu wollen sich berühmt, begab sie sichin den herzoglichen Pallast zu Nymwegcn, wo sie den Ge-mahl und die Großen des Landes versammelt wußte. MitThränen in den Augen und sanften Vorwürfen hielt sie Rap-nald das ihr zugefügte Unrecht vor, und warf ihren Mantcl-von sich. Mit Erstaunen sahen die Anwesenden, daß die Für-stin blos mit einem äußerst dünnen Hemd aus Seide beklei-