wegen eines elenden Fleckens und des dritten Theils einer aus-geplünderten Stadt, verrathen können! Wir wollen prüfen,was für und wider Friedrichen ist, und dann entscheiden; ob-schon ich, um diese Prüfung anstellen zu können, verschiedenesvoraussetzen muß, was ich erst in der Folge als Thatsache er-zählen kaun.
Friedrich wünschte seines Bruders Bestätigung, und wußte,daß der Pabst sie schwerlich ertheilen würde, ohne daß Dic-thcr von seinem Stuhle wich. Er erhielt in der Folge Pfed-dersheim von Adolfen wirklich, und, da seine Ehre so sehr ver-letzt war, warum ging er nicht selbst nach Frankfurt in dieöffentliche Versammlung, um Adolfen über dieses Schreiben zuRede zu stellen, warum schickte er mit ganz andern AufträgenEdle dahin?
Allein die Bestätigung Ruperts war ja auch in dem Jd-sieincr Frieden bedungen, und aus der Zusammcnhaltung allerdarauf gcsolgten Begebenheiten wird höchst wahrscheinlich, daßDicthcr, wie er es auch bald hernach that, bereit war, Adol-fen seinen Sitz abzutreten; wie hätte sonst Adolf um dessenBestätigung Abgeordnete nach Rom schicken, wie hätte Karlvon Baden öffentlich sagen können, daß er mit beider Par-thcien Wissen und Willen eine Abrede gemacht, wie es zwi-schen ihnen und des Stiftes Mainz wegen gehalten werdensolle? und in jedem Falle kam es nur auf Friedrichen alleinan, ob der Jdsiciner-Friede Bestand haben sollte oder nicht?man konnte sich mit Ehre aus der Sache ziehen; Vcrräthcrciaber, die frühe oder spät an den Tag kömmt, brandmarketden Vcrräther.
Friedrich erhielt Pfeddershcim; er hatte aber, um es inAnspruch zu nehmen, einen Grund, den er öffentlich aufstellenkonnte, den er in der Folge wirklich aufstellte; und, wenn erje einen dritten Theil von Mainz verlangt hätte, so war dervon allen Seiten erschöpfte und in die Enge getriebene Adolfder Mann nicht, um denselben Friedrichen zu versagen.