— 204 —
scr mit dcm Herzoge sich versöhnt. Dennoch durste er, wieauch die Sachen sich wendeten, aufdic Partheilvsigkeitdes altenFreundes, bei Wicdercrncuerung des Streites rechnen, im Fall daßFriedrich, aus Familienrücksichten und des neuen Verhältnisses zudem Vcldcnzer willen, ihn ferner zu nntcrsiützcu außer Stande sichbefinden sollte. Die Lage der Dinge blieb daher immer noch die-selbe, und Ruprechts Stellung war noch nicht günstiger geworden.
Nichts dcstowcnigcr fuhr er in seinem Vcrmittlungswcrkethatig fort. Eine zweite Zusammenkunft in Oppenheim wardverabredet. Sowohl Ruprecht als Friedrich kamen in Persondahin; die beiden Prälaten schickten ihre Räthe; Adolf denDomdcchantcn Rcichard von Oberstem, Vulpcrt van Dcrslind seinen Vetter Johann von Nassau; Dicthcr seinen Kanz-ler, Peter von Wcinheim und einen Edlen von Ldwcusteiu.Am I8tcn April kam man über einen vorläufigen Vergleichübercin, mittelst welches die Feindseligkeiten vom 24tenApril, als dcm Sonntage Msscricordias Domini, an, biszu Sonnen-Untergang an St. Martinstag des Jahres146? aufhören und eingestellt, und die Land- und Wasserstra-ßen für den Handel gesichert bleiben sollten. Nur die Un-terthanen der kriegführenden Theile sowohl in den Städtenund Dörfern, als in den Besten und Burgen derselben durften nochkeinen Verkehr unter sich anknüpfen; auch gab man die Gefan-genen, mit Ausnahme der Bürger und Pfaffen von Mainz frei.Man verhieß ferner in der Urkunde während der Dauer desStillstands am Endfricden selbst eifrig zu arbeiten. Noch amgleichen Tage ließ Dicthcr, zwei Tage darauf Adolf das Be-schlossene verkünden. Die gequälten Unterthanen schöpften einenneuen Strahl von Hoffnung.
Während Mainz blos von der Flußseitc her Zufuhr ausder Pfalz gestattet und als Geleit und aller Verkehr mit die-sem Lande streng untersagt wurde, ließ sich Ruprecht die Ar-beit für den Dcfinitivaustrag des unseligen Kampfes rühm-lich stangclcgcn seyn; gleich im folgenden Monat wurden so-