und Braus und in Wollust jcdcr Art brachte cr die meisteZeit an der Seite frecher Gesellen und üppigen Dirnen zu.Bankette und Reigen drängten sich auf einander. Es lag fürihn eine Art Steigerung in dem Genusse, wenn cr die öffent-liche Meinung und seinen Pricstcrrvck gleichsam verhöhnenkonnte. Aber bald erreichte ihn hicfür die Nemesis.
Ludwig war mit seinen Geliebten, einer Anzahl Vasallenund deren Frauen und Töchtern, auf ein neues Fest nach demStädtchen Calvc gezogen. Alles schwelgte und tobte in wilderLust durch einander, und Scherze und Küsse wechselten mitLiedern und Saitcnspiel. Da entstand plötzlich Fcucrlärm;ein Leuchter war auf das Bette' eines benachbarten Zimmersgefallen und harte alsbald mit Macht um sich gegriffen. DieFlammen verbreiteten von da aus einen so furchtbaren Wie-dersehen,, daß jcdcr schon das ganze Rathhaus im Brandewähnte. Frauen, Fräuleins, Ritter und Diener stürzten iirwilder Flucht von dem Tanzrcihcn wie von den Tafeln hin-weg, nach Hülfe rufend, zu eigener Hülfe und Thätigkeitdurch den Schreck untüchtig gemacht. Vergebens begehrt manEimer und Löschwcrkzcugc; eigennützig und besinnungslos eiltjedes blos für sich dem Ausgangc zu und sucht die Treppe zugewinnen. Diese jedoch ward von den Fliehenden so vollge-pfropft und beschwert, daß sie zusammenbrach und eine MengeLeute durch ihre Trümmer hcruntcrschmcttcrtc. Andere warenin der Angst und Unmöglichkeit, sich durchzudrängen, zumFenster hcrausgcsprnngcn, darunter viele schöne Damen undJungfrauen, deren Leid man nachmals sehr beklagt hat. DtrErzbischvf war unter hundert Gequetschten und Verwunde-ten der einzige Todte. Nach Andern verblutete cr erst meh-rere Tage darauf an seinen Wunden '").
Diese Katastrophe machte Adolf von Nassau zum Meisterdes Schlachtfeldes; cr bcnütztc mit dem Muthe eines Feldherrn
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