Verschiedene Briefe in freundschaftlichem Tone drückte»dieselbe Gesinnung ans. Allein der alte Herr war nicht mehrso ganz in seinem Hause Meister; der junge Landgraf unddie Rathe, welche den Zügel führten, wußten ihn umzustim-men : an sie verwies man den Grafen und suchte ihn aufjegliche Weise zur Annahme der einseitigen Passaucr-Artikclzu bereden.
Nachdem so bis in den Julius 1555 nutzlos gcbriefwech-selt worden, traten ein Jahr darauf die Fürsten von der Pfalz,von Württemberg, Jülich und Trier hinter einander als Ver-mittler auf; zwei Haupttagfahrtcn wurden zu Frankfurt undWorms gehalten; oft stand man sich bis auf wenige Punktenahe und dann zerschlug sich wieder Alles an Nebendingenoder am Eigensinn des jungen Landgrafen. Ein neuer Rechts-streit war bereits im Anzug, als der neue Churfürst von Sach-sen, Herzog August, in Folge geheimer Aufforderung des nachRuhe sich sehnenden Philipps, Graf Wilhelm und den Prin-zen von Oranien nochmals zu gütlicher Unterhandlung be-stimmte. Beide spannten ihre Forderungen nun hoher und stell-ten sie auf nicht weniger, als auf die Summe von drei Mil-lionen, ans die Abtretung von Dricdorf und der Grafschaft Dietz,sowie von andern Hessischen Gemeinschaften; auch den künftigenAnfall von Katzcncllcnbogcn wollten sie sich in der Vergleich-Urkunde zugesichert habe». Hin und her wurde noch eine Zeitlang gestritten, gefordert und ermächtigt, bis es den Sächsi-schen Räthen auf einer letzten Tagfahrt zu Frankfurt am Mainnach vicrzchntägigcn Verhandlungen endlich gelang, zwischenden streitenden Parthcicn untcr'm 50. Juni 1557 den berühm-ten Katzcncllcnbo zischen Vertrag abzuschließen. DieHauptbcstimmungcn desselben waren folgende:
Hessen versteht sich dazu, Nassau wegen seiner Anforde-rungen an die Verlassnschasr Landgraf Wilhelms des Jüngernmit 600,000 Gulden, theils baar, theils in Land und Leutenzufrieden zu stellen. Unter diesen letzteren befinden sich das