und der Kaiser Graf Heinrich unterstützen zu wallen schien,wenn er unverzüglich auf die Auslieferung derselben drang,so einschloß sich dennoch auch der Markgraf von Zcncttc, dieferneren Verfügungen des Gerichts, hinsichtlich des letzterenPunktes, derzeit noch abzuwarten. Ucbcrdicß hatte Nassaumehr erhalten, als es zu erwarten berechtigt war; denn aufdie Erbvcrbrüdcrung der Fürsten von Hessen war gar keineRücksicht genommen, sondern das Erbrecht der beiden Schwe-stern Elisabeth und Mcchthildc in seinem ganzen Umfangeanerkannt worden.
Von der Entscheidung der Angelegenheit bis zum Voll-züge hatte es jedoch noch einen weiten Schritt. Die Kom-mission, welche jene gefällt, hielt zu Vornahme des Letzterensich nicht mehr befugt, und erklärte ihre Verrichtungen fürbeendigt. Zu allem Unglück befand sich auch noch der Kaisergerade in Spanien, mit Dämpfung des Aufstandcs der Com-muncros von Kasiilicn und Herstellung der Ruhe im Innernseines Stammlandcs beschäftigt, der Erzherzog Ferdinand aberund das Rcichsregimcnt besaßen nicht Mittel genug, in derdamaligen verworrenen Zeit überall Recht zu schassen undHülfe zu bringen. Graf Wilhelm suchte sie demnach, in Er-wägung solcher Umstände, einzig und allein bei dem Kaiserselbst.
Mittlerweile versäumte er freundschaftliche Wege nichtund er schlug dem Landgrafen vor, Alles freundlich unter-einander abzumachen; damit schien Philipp einverstanden. ZuFritzlar kam eine Unterredung zu Stande, aber bald zeigte essich, wie jener nur Zeit zu gewinnen suche und wie es umruhige Verzichtuug auf die Erbschaft ihm keineswegs Ernstsey. Er stellte Ansinnen an Nassau, die dieses unmöglich ein-gehen konnte. So begehrte er die förmliche Anerkennung derHessischen Erbverbrüdcrungcn und Hausvcrträgc (wodurch ergerade seine besten Nechtstitcl zerstört und in eine Falle sichbegeben haben würde), eben so auch die Uebernahme sämmtli-