— 275 —
Das Verhältniß auch der teutschen Linie Dillcnburgs zumKaiser war ein sehr srcundschaftlichcs; sie leisteten sich bei jederGelegenheit gute Dienste und Gegendienste. Persönlich warGraf Johann gleich seinem Bruder und noch mehr durch den-selben bei Hofe angesehen. In Kriegsgeschichten wird seinName oft mit Auszeichnung genannt.
Zur festeren Begründung des Landfriedens im Innernseiner Besitzungen schloß Johann verschiedene Frcundschafts-vcrträgc und Schutz- und Trutzbündnissc; so mit seinen Vet-tern von den anderen Nassau'schcn Linien, so mit den Solms,Eppcnstcin und Hanau, sowohl Lichtcnbcrg als Münzcnbcrg,so mit Katzcncllcnbogcn und Hessen vom Jahre 1474, somit den Burgmannen und Gancrben zu Friedberg, Eclnhau-scn, Reiffcnberg, Kronenbcrg, Falkenstcin, Lindhcim, Stadcnund Dorhcim, so mit den Herren von Nesselrodc, Befreunde-ten schon in alter Zeit. Er trat mit in den „Bund zu Fran-ken," welchen die Wetterau'schcn Grafen und Ritterschaft er-richtete, gleich wie in die Einung zwischen der KollnischcnRitterschaft und den Städten und dem Domkapitel diesesChursiifrcs '"').
Bei weitem die wichtigste Verbindniß war jedoch jenevom Jahre 1512, welche er selbst und sein Sohn Wilhelmmit einer Reihe von Grasen und Herren errichtet. Die Virne-burg, die Mandcrscheid, Nassau-Bcilstcin, Waldeck, Rhincck,Sälen, Winnenburg, Arnbcrg, Jsenburg, Sayn, Werdcnberg,Rollingen, Hclfcnstcin, Fürstenberg, Wicd und Nuenar gehör-ten zu den vorzüglicheren Gliedern, Graf Johann selbst undGraf Philipp von Virneburg wurden durch Mehrheit derStimmen zu Häuptern bestallt. Auch ihr Zweck ging ganzausschließlich auf Erhaltung des Landfriedens, Vertheidigung
") Urkunden hierüber 1178, 1195 im N. H.Arch.
isoi und 150g. Letztgenannte Einung bestand jedoch schonseit iikz.
18