Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
262
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weitere Förmlichkeiten mehr der Souverainctät über Orangeentsetzen nnd durch den Admiral Philipp von Cbabot, untergroßer Bedränguug der Unterthanen, das kleine Land im Na-men der Krone wieder besetzen (1542—1545).

Inzwischen, daß die oft vollbrachte Usurpation hier eineneue Auflage erlebte, war der Prinz in den Waffen nichtmüßig; er begleitete den Kaiser ans seinen Zügen nach derPikgrdie und der Champagne im Jahre 1544 und bei denBelagerungen von Luxemburg, Commcrcy nnd Liguy. DieHoffnung, siegreich bis Paris vordringen zu können, schienihrer Erfüllung nahe. Nur St. Disicr hinderte noch; dieserPlatz mußte mit stürmender Faust genommen werden, da derGraf von Sauccrrc, welcher darin befehligte, wie ein Löwestritt, und die geringe Zahl der Vertheidiger durch ausgezeich-nete Maßregeln und verdoppelte Wachsamkeit ergänzte. DerKaiser ließ drei Batterien auf drei verschiedenen Punkten spie-len uiid setzte die Belagerten in eine verzwciflungsvolle Lage.Sie halfen sich jedoch mit mörderischen Ausfällen, welche denGegner sehr viele Leute kostete. Um ihren Widerstand endlichzu ermüden, gab Karl Renatus den Befehl, mit achtzehnFähnlein deutscher Landsknechte und sechs großen Feldschlangenauf der Marne-Brücke, gegenüber der Citadelle, sich aufzustel-len und von da aus das Feuer fortzusetzen. Dieß geschahund die Noth der Franzosen mehrte sich mit jeder Stunde,so daß kaum noch drei Brunnen übrig waren, woraus sie Was-ser schöpfen konnten.

Während jedoch das Geschütz von Heiden Seiten her wi-der einander wüthete, hatte der Prinz sich vorgenommen, denKaiser in den Laufgräben zu besuchen. Plötzlich fuhr eineKugel an ihm vorbei und beschädigte ihn so hart, daß er schonTags darauf (18. Juli) starb. Das ganze Heer war un-endlich bestürzt über diesen Vorfall, und der Kaiser, in nichtminderer Trauer, wich nicht von seinem Schmerzcnlagcr.Die Sage erzählt, ein Schwarzkünstler sey vor Renatus er-