— 242 —
gab, und eine Anzahl dcr Rädelsführer ohne lange Umständehinrichten ließ. Darauf aber bcmeisterte er sich nach und nachaller übrigen, im früheren Fcldzugc verlorenen Plätze wieder(1528).
Der zwischen Margarethen von Oestreich und Louisc vonSavoyen, dcr Tante Karls V. und dcr Mutter Franz's I.,im Jahre 1520 zu Cambrai abgeschlossene „Damcnfricdc" gabPhilibert endlich den Besitz von Orange zurück, ohne daß erjedoch Zeit gefunden, nach Frankreich oder Deutschland zurück-zukehren und daselbst seine Angelegenheiten zu ordnen. DerKaiser ließ sich diese Sache in seinem Namen, aufrichtigund eifrig angelegen seyn. Dcr Kampf in Italien ward er-neuert. Es galt dicßmal Florenz, welches durch mannigfachenUcbcrmuth den Zorn Karls gereizt hatte. Mit dem Pabstebestand damals Friede, und er unterstützte Oranicn in denRüstungen mit Kriegsbedürfnissen und Geldsummen. Jspcllaund Pcrusia wurden bald von ihm gewonnen, und die Repu-blikaner schon dadurch mürbe gemacht. Sie suchten einenWaffenstillstand nach; dcr Prinz verweigerte ihn und schrittzur Belagerung von Cortona, welches ebenfalls nicht langewiderstand. Die Langsamkeit der Siencsen, ihn mit Artilleriezu unterstützen, veranlaßte einen verderblichen Aufhält, undgab den Florentinern Zeit, sich in kraftvollen Vcrthcidigungs-stand zu setzen. Von beiden Theilen wendete man jetzt alleMittel an, um Sieg zu erwerben; aber weder Laufgräben undMinen, noch Scharmützel und Ausfalle entschiede». In dieLänge fühlten die Bürger sich gleichwohl sehr unbehaglich undwünschten einen Vergleich. Sie ordneten deßhalb eine Ge-sandtschaft an den Kaiser ab; jedoch ohne Erfolg; sowohl vondiesem, als von dem Pabste ward Oranien aufgefordert, denFeldzug fortzusetzen. Ihr Unglück zu vergrößern, ließen nunauch plötzlich die Franzosen, ihre Bundesgenossen, sie im Stiche.Aber gerade dieser Umstand steigerte auch den Muth dcr Be-lagerten wieder. Sie erwiederten das Feuer des Prinzen