Druckschrift 
3 (1833)
Entstehung
Seite
175
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gcS angekommen. Dem Befehlshaber des Platzes, der Herr vonIamcts, blieben nur 600 Landsknechte und 15 — 16 Schwer-bewaffnete und einen Haufen freiwilliger Abenteurer zur Ver-fügung, die bewaffneten Bürger der Stadt und des Schlos-ses ungerechnet. Obgleich beide letztere nicht sehr groß waren,so hatte doch der Herr von Iamcts in sehr festen Stand siesetzen lassen. Die Landsknechte seit fünf Monaten schon imDienste, hatten regelmäßig ihren Sold und die ihnen zukom-menden Mundvorrathc erhalten. Graf Heinrich lagerte, an-fänglich nicht gleich vor Flcuranges selbst, sondern eine Stundedavon, bei Thionvillc. Bei einem der darauf vorgefallenenScharmützel wurden mehrere jener Landsknechte gefangen ge-macht. Der Graf, um Zeit und Menschen zu sparen, ent-schloß sich, diesen Umstand zu bcnützcn. Er gab dem EinenGeld und beredete ihn, nach der Beste zurückzukehren und aufseine Genossen zu wirken, daß sie die Sache ihres Herrn fah-ren ließen und zur Pflicht gegen den Kaiser, ihrem rcchtmäs-sigcn Monarchen, zurückkehrten, indem sie sonst, im Fall einerEinnahme des Platzes, sämmtlich, als Hochverräter, gehenktwerden würden.

Diese Zureden hatten ihren gewünschten Erfolg. Die Leutefürchteten sich vor dem Aeußersten und kannten den Grafenvon Nassau zu gut, um nicht überzeugt zu seyn, daß er Worthalten dürfte. Sie begannen demnach ihren Abfall damit,daß sie dem feindlichen Geschütze fast gar keinen Widerstandentgegensetzten; sodann stürmten sie in Masse zum Herrn vonScdan, um Händel mit ihm anzufangen. Diesem schrieen sieiu's Gesicht: es sey Brauch bei den Landsknechten, wenn siein einer Stadt dienten, welche belagert würde, doppeltenMonats-Sold zu erhalten. Wiewohl sie nun kurz zuvor einensolchen auf zwei Monate voraus wirklich empfangen, so will-fahrte dennoch Iamcts ihrem ungestümen Begehren, zum Er-staunen des Kricgsgcsindcs, welches der Meinung gewesen war,es fehle durchaus an Geld.