chcr dem Cleve in der Seele gram war, willigte nur ungernhierein. Mehrmals besprachen, niemals verstanden sie sich.Der Waffenstillstand ward beiderseits wieder aufgekündigt unddas Lager gegenseitig von Neuem bezogen.
Endlich kam man übcrcin, in Sluys selbst die Sacheauszukragen. Engclbrccht, die Herren von Croy (der berühmteChicvrcs) Bcvcrcn und sechs andere Bevollmächtigte, zweiAbgeordnete von Gent, zwei von Brügge und zwei von Vperntraten daselbst mit Eleve zusammen. Am 12. Oktober wardder Friede geschlossen. Er lautete für Philipp mehr als gün-stig, für die Interessen des Königs und Herzogs nicht unvor-theilhaft. Pbilipp hatte sich bis Jahr 1493 das Kastell zuSluys noch vorbehalten, und übergab es auch erst in diesemJahre an den Grafen von Nassau; doch mußte dieser eineSumme von 10,000 Franken an ihn entrichten und Brüggeübernahm es, gegen Engelbrechts Bürgschaft, dieselbe herbei-zuschaffen. Versöhnung, Treue, Freundschaft und Friedenmachten, damals wie heute, sich niemals ohne Geld.
Solches Ende nahmen die für beide Theile gleich wider-lichen, für die Flandrer jedoch mehr, als für die österreichischePartei, traurigen Wirren. Der nunmehrige Herr von Ra-vcnsicin allein ging glücklich und geehrt aus ihnen hervor,wahrend hundert Andere mit Leben und Gur für so vielfacheUntreue, als er verübt, schwer gebüßt haben würden. Genthatte seinen Stolz so ziemlich mit hinausgcrettct; die anfangsso trotzige, stolze Stadt fühlte aber noch lange die Wunden,welche demagogischer Uebcrmuth und die dadurch hcrvorgercizteRache des Herrn ihr geschlagen hatten.
Graf Engclbrecht spielte fortwährend den Schiedsrichterin ihren Dingen. Ehe wir jedoch die Uebersicht seiner Ver-richtungen in Flandern vollends beschließen, ist es nothwendig,auch den Geschäften unser Augenmerk zuzuwenden, durch welcheer andererseits seinen regen Diensteifer für Maximilians Sacheund sein diplomatisches Talent und Ansehen kund gethan.