— -103 —
erschwerte und für dieselbe ein unerschwingliches Lvsegcld be-gehrte -).
Doch war dieselbe seine Hast ehrenvoll und die Art undWeise der Behandlung um vieles schonender, als die, welcheer vor einigen Jahren, durch Herzog Rene und die Eidgenos-sen im Pfenningrhurme zu Straßbnrg erlitten. Solches ge-schah jedoch nicht zu jeder Zeit in Frankreich. Der verstorbeneKonig Ludcwig XI. hatte nicht selten, aller Großmuth undalles Völkerrechtes uncingcdenk, seine Gefangenen gleich schwe-ren Staatsverbrechern, in den furchtbaren Käfichten zu Lochesuntergebracht, oft auch gleich, durch den Strang sie hinrichtenlassen Daß Maximilian mehr als einen Schritt gethan,um seinen getrcucsien Rath und tapfersten Feldherrn baldwieder zu lösen, geht ans allen Umständen hervor; allein der-selbe Fürst, welcher meist für seine eigenen wesentlichsten Be-dürfnisse, von der Brautfahrt nach Flandern an bis zumletzten Lcbcnstagc, die erforderlichen Finanzmittel nicht heraus-fand, konnte noch weniger für fremde sie herbeischaffen. Da-von zog der französische König bestens Gewinn. Es mußtealso auch dicßmal Nassau sich selbst helfen. Von den 84,000Livrcs Tonrnois, welche Karl VIII. als Schätzung forderte,streckte Engelbrcchts Bruder, Graf Johann, die Hälfte vor'-""-').
*) P. Heuter. — Daniel. — Arnold,'. —
Vergl. Bar ante, 'v. ix. Kaum entging der Hofmarfchallvon Polhcim, Engclbrechts Waffengefährte und MaximiliansGünstling, diesem letzten, Schicksal, mit't >l»ti--w l'twriuUe, wel-cher mit Olivier el Dain — gleichwie in neuern Zeiten derBarbier von Queluz und der Aufseher der Menagerie in dieclcrnieres lkveui'5 clcs cl^ii lttiguel — sich in das Vertrauen desköniglichen Freundes theilte, die Befehle desselben meist allzubuchstäblich und allzu rasch auszuführen sich bestrebte. Nach-mals wurden die Kriegsgefangenen von Wichtigkeit meist indie Bastille eingeschlossen.
>»»») Hicfür trat ihm Engclbrecht die Herrschaften Vianden, Daes-