— 9»
schönste Frau in Europa ihrc sehnsuchtsvollen Wünsche nachlangen und schweren Hindernissen endlich gekrönt sahen (1477),ward Engclbrccht von Beiden in allen denjenigen Aemternund Würden bestätigt, welche er und sein Vater von denHerzogen zu Burgund genossen
In dem außerordentlichen Kapitel der Ritter des golde-nen Vlicsscs, welches 1478 gehalten wurde, saßen Nassau,Ravcnstcin, Chimay, Gruithusen und Lannoi demselben vor,und man forderte den Erzherzog auf, sich an die Spitze desOrdens zu stellen. Der Herr von Ravcnstcin ertheilte ihmnach der langen Rede, welche der Bischof von Dornick alsKanzler gehalten hatte, den Ritterschlag; darauf reichte derNcnaufgcnommcnc sämmtlichen Mitgliedern den Brudcrkuß,und »ach diesem schritt man zu neuen Ernennungen "").
Das Verhältniß des Grafen zum neuen Beherrscher vonBurgund wurde täglich inniger, und er gehörte bald zu dessenvertrautesten Räthen, von da an ununterbrochen bis zu seinemTode. Er war einer der seltenen Männer, welchen Kopf undHerz gleich sehr auf der rechten Stelle sitzen, und welche inder Schlacht eben so tapfer als in Geschäften gewandt sichzeigen. Sein Talent als Unterhändler wurde deßhalb bei einerMenge wichtiger Angelegenheiten, und zwar nach verschiedenenRichtungen verwendet; und zwischen diesen mannigfachenStaatsämtcrn und politischen Sendungen, in denen Engcl-brccht glänzte, erblicken wir ihn von Zeit zu Zeit auch inkriegerischer Wirksamkeit, die persönliche Tapferkeit des gemei-nen Kriegers mit allen Eigenschaften des Feldherrn verbindend.Die Trophäe von Guincgate, wo Ludwigs Stolz so sehr gc-
-y Arnold,', Hist. Denkwürdigkeiten, S. 115. Drei holländischeund mehrere französische Urkunden von 1476 — 1177 findensich darüber sowohl im Königl. Staats - als im Nassau'fchenHaus-Archive vor.
La,-ante,' XI. 299, S«I- Ilisi. cle la laisan cl'ar.