Druckschrift 
Die sechzehn Ahnen des Grafen von Luftheim, eine Familien-Chronik
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

33

stellt/ wollte er nun gehen/ als ihm plötzlicheinfiel: der Neugeborne könne wohl ein Juden-kind seyn. Die Haut/ das Haar — sprachenmehr für als gegen die Vermuthung. ES warnicht unmöglich/ daß eine seiner GlaubenSgenos-sinnett/ durch Kriegsnoth hinausgejagt/ in derIrre schweifte; ihm selbst ging eS schon einige-mal so. Jetzt betrachtete er das Kind naher. ESlächelte ihn an. Er dachte an MoseS/ wie manden im Schilf gefunden. Hätte man ihN/ dachteer/ darin umkommen lassen/ gäbe eS kein VolkIsrael; die Egypter würden eS vertilgt haben-Und gehörte der Knabe zum Volk Israel/ einChrist sollte ihn finden und taufen lassen/ würdees auch zu bejammern seyn.

Unter diesen Betrachtungen steckte er diePapiere zu sich/ hüllte das Kind in einen erhan-delten schwedischen Mantel/ und ging damit nachdem Städtchen/ welches er bewohnte.

Seine Frau eilte Brei zu kochen und Linnenzu suchen. Ihre Liebe zum Fündling ward rege,wuchs. Sie hatte ihre Kinder alle durch Krank-heiten verloren, und schlug dem Mann vor/ dasauf seltsame Weise erhaltene an Kindesstatt an-zunehmen. Er war es zufrieden/ ließ den Kna-