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Abt. 1, Adelicher Antiquarius Bd. 2 (1867) Der altbayerische kleine Adel
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357
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Joseph v, H, Schulbücher- Z57

anstatt offerirt, er verzichtete aber darauf, weil er sich indieser Stadt wegen der Erinnerung an das unglückliche Ge-schick seiner Eltern keinen angenemen Aufenthalt versprach, underhielt dafür, wie oben bemerkt, noch im selben Jare eineProfessur an der Studienanstalt in München. Das Jardarauf (5. Februar 1826) hielt er Hochzeit mit meiner MutterKatharina Straub von Söflingen, Tochter eines Gutsbesizersbei Ulm und damaligen Eichtmcisters der Stadt Augsburg,welche sich wie er dem Lehrfache gewidmet und in Münchenden Schuldicnst-Coucurö mit Auszeichnung bestanden hatte.

Was mein Vater als Philolog und Schulmann geleistet,das ist noch in vieler Andenken. Hunderttausende sind nachseinen „Elementarbüchern" in der lateinischen Sprache gebil-det worden und vielen meiner Leser werden die versifizirtenRegeln, wie

„Viele Wörter auf ein nSind von Natnr schon mu8eula zc. ?c,"noch in iren ältern Tagen zuweilen beifallen. In der deutschenSprache zog ihn namentlich die poetische Literatur an, under war von dem Geiste und dem Werte unserer Klassiker sodurchdrungen, daß er keine Gelegenheit versaümte, uns Kinderauf die Schönheiten derselben aufmerksam zu machen. Sokam es denn, daß ich mit 7 und 8 Jaren aus dem schiller'schenWilhelm Tell, der Jungfrau von Orleans, dem Wallensteinund anderen Stücken und Gedichten schon artig deklamirenkonnte und mich in unbewachten Augenblicken wol selbst hintereine Gartenhecke steckte, um Verse zu macheu. In der Samm-lung poetischer Deklamationsstücke „Blüthenkränze" sind u. a.auch ein paar Strofen kindlicher Deklamationen, „Otto undBertha" überschrieben, zu lesen, welche der liebende Vater> eigens für mich und mein Schwesterchen gedichtet hatte.