Druckschrift 
3 (1832)
Entstehung
Seite
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dieselbe ansah, und mit religiöser Treue festhielt, bildetebei allen ihren Schritten die Hauptdcvisc. Aber man ver-gesse nicht, daß die Richtung, welche die drei Brüder —der nachmalige Kardinal vor allen — eingeschlagen, einErgebniß eigenthümlichcr Zeit- sowohl als Privatverhält-iussc war; daß der kaiserliche Hof, durch allzu unvorsich-tige, leidenschaftliche und heftige Sprache gegen jene Brü-der in einer Periode, wo Versöhnung noch möglich war,zu einem solchen Betragen sie herausgcreizt, und daß eineReihe bitterer Kränkungen auch eine Kette von unglück-seligen Verwickelungen mit sich gebracht.

Die drei Prinzen sahen überdies in dem Systeme derdamaligen Politik nur ein Gewebe von eigennützigen Be-strebungen auf allen Seiten, und sie trachteten davon,als gute Diplomaten, jeder für sich und seine Freundeden bestmöglichsten Nutzen zu ziehen. Sie sahen in denVerhältnissen K. Leopolds I. und Ludewigs XIV, nur einenKampf der Hauser Habsburg und Bourbon, deren Streitdie Nation als solche nichts anging, worin vielleicht jedereben so viel Unrecht als Recht hatte, und worin sie nachGefühl und Interesse ebenfalls eine Lastze brachen, so gutals andere Fürsten und Diplomaten, welche die Komödienur versteckter mitspielten, und die Unvolksthümlichkcitihrer Handlungen mit nationalem Schleier bedeckten. DaßLeopold I, Kaiser des Reiches war, brachte ihnen in deröffentlichen Meinung freilich einen bedeutenden Nachtheil,und gab dem wiener Hof, der in Vielem nichts wenigerals teutsch gehandelt, eine günstigere Stellung. Wennman aber alle Staatsaffairen jener Periode genau zusam-menstellt, so ergibt sich unschwer das Resultat, daß znWien die öffentlichen Vertrage, National-und Fürstenrechteoftmals eben so wenig beobachtet und geschont wurden,als zu St. Gcrmaiil. Es wimmelt von Satyren und