4. Leopold Maria Marquard, geboren 7. Jänner1666, ward vom Kaiser und dem Domherrn FrobcnMaria, seinem Netter, aus der Taufe gehoben undnachmals unter Vormundschaft des letzteren, so wieseiner Mutter, M. Magdaleite, gestellt. Seine Stu-,dien Machte er zu Dillingeu und Prag (1673 — 1675und 1677 — 78). Seine besonders ihm bcigegebcucnHofmeister hießen Heuerling und Röder. Auch L. Mar-quard machte Reisen zu seiner Weiterbildung.
Spater, im Jahre 1683, trat er iu kaiserlichenKriegsdienst ulid wohnte den Ereignissen des blutigenTürkenkrieges mit bei, welche über Österreich undTeutschland neuen Glanz der Waffen brachten, zumalaber bei Gran, vor Wien und vor Ofen, bei Ncuhäu-scl, Barackau und Baden. Der junge Graf blieb nichthinter seinen Kameraden, und sein Name prangte beimehr als einem Anlaß rühmlich mit. Ein heftigesFieber überfiel ihn im Lager bei Preßburg (1684),doch genas er von demselben bald durch sorgfältigePflege wieder. Er hatte das Glück, die Augen desgroßen Kriegsfürsten, Karl von Lothringen, auf sichzu ziehen, und dieser, welcher seine Leute stets zuwürdigen und aufkeimende Talente gegen Neid undZurücksetzung männlich zu beschützen wußte, nahmauch L. Marqards wacker sich an, und erwirkte seineBeförderung zum General-Adjutanten, mit dem Cha-rakter als Major.
Im Jahre 1689 finden wir ihn bei der Hauptarmeeim Lager vor Mainz; es ist vermutkflich derselbe Für-stenbcrg, welcher in französischen Berichten als der-jenige angeführt wird, welcher durch einen tapfer»slbcrfall der Insel Milau sich bemächtigte, ohne großeEinbuße. Bei einem der Stürme auf die Stadt, welche