Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
362
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Es scheint, dieses Schreiben des tapfer« nnd vielge-treuen Feldherrn und Freundes habe seiner Wirkung nichtverfehlt; wenigstens blieb Egon noch mehrere Jahre wirk-sam, und im Jahre 1634 ernannte ihn der Kurfürst vonBaiern zum General-Feldzeugmcistcr des katholischen Bunds-hcrrs; () ebenso übergab ihm der Erzbischof von Kölnden Oberbefehl über sämmtliche, vom Erzstist geworbeneTruppen, welche gemeinsam mit jenen des Kardinal In-fanten nach Hessen gebracht werden sollten. (I. Egon fühlte inzwischen in finanzieller Hinsicht immermehr und mehr die Folgen übergroßer Anstrengungen fürdie katholische Sache, zumal ans der Periode, wo erausschließlich in des Kaisers Dienst gestanden. Schon imOktober des Jahres 1631 hatte er mit den Prälaten vonOchtenhausen und Weißenau wegen bedeutender Geld-räckstände heftigen Streit gehabt und des Kaisers Ansehendabei für sich angerufen. In dem damals eingereichtenBittschrciben redet er bereits von seinen schweren Opfernfür die Kaiserliche Sache und von der Nvthwendigkcit,für sechs Söhne zu sorgen, welche sämmtlich unter denFahnen Sr. Majestät dienten. (') Es scheint nicht, daßdamals viel erfolgt sey. Er sah sich demnach, da inzwi-schen die Nerbältnisse immer drückender wurden, im Jahre1635 genöthigt, den Kurfürsten Maximilian, welcher alleinfür ihn sorgte, und ihm fortwährend die größte Achtungerwiesen, um Verwendung bei dem Kaiser anzugehen,daß auch ihm ein Theil der vielen konfiscirten Güter,zur Entschädigung für seine Opfer, zugedacht werden möge.Der Kurfürst that dies in Ausdrücken, welche indirekte

(') Patent ä. 6. Braunau 23. März. (F. H.-A.)

(') Patent. Bonn 10. Oktober.

l'1 Schreiben ä. ä. 10. Oktober 1631. (F. H.-A.)