Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
230
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ttigm von Ungarn und spater Gemahlin Karls IX, vonFrankreich unglückseligen Andenkens, im August des Jah-res 1575 eine Reise nach Regcnsburg unternahm, um mitMaximilian über politische Angelegenheiten sich zu bespre-chen, oder auch vielleicht um eine Freistatt im alten Va-terlande zu unterhandeln, wo sie von all den blutigenGräuelscencn, deren Zeugin sie gewesen, ausruhen konn-te, (') — war Graf Joachim, in Folge erhaltenen Auf-trags, ihr vorzüglichster Begleiter. Dem Reichstage selbst,welcher in jener Stadt gehalten ward, wohnte er, aufbesondere Einladung, bei. Einer seiner Kammerhcrrcnmußte voraus, um für ihn eine bequeme und anständigeWohnung auszusuchen. (I

(') Der edle Kaiser hatte seinem Tochtermanne über die St. Bar-thelemi in den stärksten Ausdrücken seinen Abscheu und seineVerachtung zu erkennen gegeben. Der berühmte LazarusSchwendi, mit Fürstenberg nachmals verschwägert, besorgteden Austrag. Häberlin, XIX. S. 173.

(') F. H--A. Nro. 39K-- Der Silverkämmerliug Egidius Brunk-mann hatte den Befehl, 4 Stuben, 8 Kammern und Stallunzfür 10 Pferd« zu bestelle»! auch sollten die Wappen von Für-stenberg gehörig an die Thürcn augeschlagen werden. Die mi-nutiöse Genauigkeit, ja gewissenhafte Ängstlichkeit, womit da-mals jeder Zoll au der Etiquette beachtet und behauptet wurde,und wirklich auch, bei zufälliger Versäumniß, gefährliche Prä-judixia nach sich zog, ist ein charakteristischer Zug jener Zeit.Wenn man aber den guten Teutscheu solche Dinge ausschließ-lich aufbürden will, so irrt man sehr. Die lächerlichen Strei-tigkeiten aller fremden Gesandten an verschiedenen Höfen,welche oft, um den Vprrang der Karrossen, Folianten vonSlaatSschriften und selbst blutige Kriege und Allianzen undKontpe-Allianzen nach sich zogen, beweisen hinlänglich die All-gemeinheit jener Verirrungen menschlicher Eitelkeit und jenerKieingeistigkeit der Gpoßen in gedachtes Pepjvde,