Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
168
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Linken, darin die Familie vertheilt sich bewegte. Es büßteim Ganzen vieles ein, um im Einzelnen desto mehr zu ge-winnen. Für die Macht erhielt es den Ruhm zum Ersatz.Größere D ynastien haben lange bis in die neueste Zeit einvegetabiles Dascyn fortgepflanzt, ohne in ihrem SchooßeBerühmtheiten der Art hervorgebracht zu haben, welchenicht nur in rein-teutschen Volksschicksalcn, sondern selbstin allgemeinern Weltbegebnisscn ein unvergängliches An-denken sich gesichert, wie Fürstcnberg im 16., 17. und 18.Jahrhundert.

Das letzte Viertel des sechszehnten Jahrhunderts undbeinahe das ganze siebzehnte bildeten für das Haus einePeriode der mannigfaltigsten Wirksamkeit. Die Regierun-gen der Kaiser Ferdinand I., Maximilian II., Rudolf ll,Mathias und der beiden Ferdinande benutzten die Tapfer-keit und die Talente seiner Glieder ans das Beste. DieHauptrolle aber fällt sowohl in den unglückseligenBruderzwist, welcher im Innern des ErzHauses angefachtworden, als in den noch unheilvoller»! Bürgerkrieg, wel-cher ans den religiösen Verwirrungen für Teutschland her-vorgegangen war, einen Krieg, welcher geistig-kirchlicheInteressen zur Devise hatte und in der materiellsten undunchristlichstcn Politik seine vorzüglichen Hebel fand, wel-cher Europa entsittlichte, das Vaterland verödete und gleichschaamlose Grundsätze des Unrechts und der Willkühr beibeiden Parteien ins Leben rief. Eine Reihe wichtiger Änrtcr,im Felde wie im Kabinette, wurden während dieser Pe-riode von Fürstenbergern bekleidet, Sendungen und Auf-träge ersten Ranges ihnen anvertraut, und Geheimnissedes Herzens, wie der Diplomatik in ihre treue Brust nie-dergelegt, oder durch ihre gewandte Hand geleitet.

Doch wir fahren in der Erzählung des Einzelnen nun-mehr weiter und führen zuerst die hinterlassenen Kinder