Zweites Kapitel.
Die Kinder Graf Friedrichs Hl. — Theilung desErbes unter die drei Söhne, Christoph I-, Hein-rich X. und Joachim l- — Stiftung der Kinzinger-thal- und der Heiligenberger-Linie. — Lebensmo-mente und Verrichtungen Graf Christophs I- undseines Sohnes Albrecht (l.) (Barbara v.Montfortund Elisa von Bernstein) Alb rechts I- Kinder.
Graf Friedrich III,, welcher durch Belohnung, Erb-schaft und Kauf die väterlichen Besitzuugcn so ansehnlichvermehrt hatte, konnte zu jener Zeit als der länderrcichsteGraf in Schwaben betrachtet werden. Das Haus Fürsten-berg stand auf dem Punkte, durch Besttzthum wie durchEinfluß, alle andern Dynastien, mit Ausnahme Würtem-bergs, fortan zu überflügeln. Allein das unglückliche Sy-stem der Theilungen und Nebenlinien, welches schon inmehrern frühern Perioden die Gesammtkraft des Hausesgeschwächt hatte, zersplitterte sie auch jetzt wiederum, davon der äußerst zahlreichen Nachkommenschaft des obgc-nanntcn Grafen wenigstens drei Söhne in das Erbe sich(heilten. Es verlor also Fürstenberg abermals in der poli-tischen Waagschale an numerischem Gewicht. Dafür ent-wickelte sich in moralischer Beziehung eine desto reichereZahl von kräftigen Individualitäten in den verschiedenen