Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
128
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wie mit Graf Wilhelm Abrede gepflogen. Übrigens machtespäter Friedrich dem Schaffner Vorwürfe, daß er seineVollmacht ans Mißverständnis überschritten habe, und dieNeupricstcr in alle Verrichtungen, außer dem Predigen,wieder einzusetzen seyen. (') Nichts desto weniger sah e?sich bei der übergroßen Verachtung jener Leute gegen dieMesse, und bei der standhaften Weigerung, mehrere derabgeschafften Zeremonien wieder einzuführen, in die Noth-wendigkeit versetzt, sie dennoch ihrem Schicksal zu über-lassen, aus Furcht vor dem ohnehin sehr erbitterten Kai-ser. Sämmtlichc Pradikanten wurden demnach hinter ein-ander durch katholische Priester ersetzt, und ihre späternBemühungen bei der Herrschaft und ihren Gerichten umWiedereinsetzung, waren nutzlos; <Z) man suchte auchdie letzten Spuren des Protestantismus in diesen Gegen-den zu vernichten und ncueKeime desselben zu verhindern. (^)Friedrichs Besorgnisse über des Kaisers Gesinnung hin-sichtlich der Mißgriffe seines Bruders waren nicht ohneGrund gewesen, und nicht umsonst hatte er alles aufge-boten, das Interim in dem Kinzingerthal und in der Ot-tenau durchzuführen, da die Zögerung bereits das vor-handene Mißvergnügen gesteigert hatte. G)

t') Schrb. Jost Münch's an Graf Wilhelm vom 15. Juni 1549,

und Fried, von Fürstenberz an I. Münch. 25. Juni 1549.t°) Schrb. Fried, von Fürstenberg an Jost Münch vom 15. März1549. — Beschwerden der Kinsing, Tbal-Priesterschaft an dasFürstenberg'sche Hofgcricht, vom 15. Mai. Andreas Kügelerslintertb. Supxl. an die Fürsten-berger Vormundschaft :c. ic.vom Jadre 1575.

Schrb. Joachims an Graf Heinrich.

Über die Nöthen wegen Orlenverg. der neapolitanischen Gardedes Interims und wegen anderer Dinge giebt nachstehendesSchreiben Friedrichs an Jost Münch klaren Aufschluß: