Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
86
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Ein Theil der Besatzung d cscr Stadt wagte auf seineNachhut einen heftigen Ausfall. Von beiden Seiten wur-den viele Krieger erschlagen. () Aber der größte UnfallWiderfuhr dem Kaiser durch die Katastrophe, welche denGrafen Wilhelm selbst nun plötzlich traf.

In der Nacht auf den 26. Oktober, densclbigen Tag,an welchem Wilhelm über zwei Stunden mit dem Kaiserin dessen Hauptquartier zugebracht hatte, gedachte er ei-nen kühnen Schlag auszuführen; eine starke Truppenab-theilnng der Feinde sollte überfallen und durch mörderi-schen Schlag vernichtet werden; der Graf, in der Absicht,die Stärke derselben vorerst auszukunden, ritt, unvorsich-tig genug, allein und nur von einem einzigen Trompeterbegleitet, voraus, und zwar so rasch, daß das Gesinde,welches er nachbeschiedcn hatte, in beträchtlichem Zwischen-raum von ihm sich befand, und unmöglich ihm nachkom-men konnte. Unterwegs fing er einige Bauern auf, welcheeinen Paß ihm weisen sollten, durch den er ohne Schwie-rigkeit zu Fuß und zu Roß über die Marne setzen könnte. (')

Als er nun in ein Dorf, nach Andern in das StädtlcinEpcrnay, gekommen, Brücke und Fährte zu beaugenschei-nigen , erblickte er von weitem Pferde und Bewaffnete.Er hielt sie für Befreundete und kam die erste Wache auchunangefochten vorüber; aber plötzlich wurde er bei derzweiten angeredet, und er merkte viel zu spat, daß er mit-

(') X. p. Ho3 I.. X. p. 366 scj., 1>t>. XI. p.

sg. z Daniel, Gesch. von Frankreich; Iltezera/ Ulkt. 60

Irairce. ^

(') Hanoschriftl. Relation von demselben Jahre, im F. H.-A.;Zimmern'iche Chronik; Schreiben Jak. Behaims an JostMünch, 6. «I. 15. Sept. 1544, F. H.-A.; Daniels Gesch.von Frankreich.