Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
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Sickingen und Philipps bekannter Adelshaß mochten zurgegenwärtigen Gemüthsstimmung nicht wenig beigetragenhaben. Gescheiterte Plane und erlittene Krankungen, wiedie der Jahre 1522 und 1523, vergaßen sich nicht so leichtwieder. Schon während des Feldzuges gegen Würtcmbergfanden heftige Reibungen zwischen dem Grafen und demFürsten Statt. Wilhelm hatte den Landgrafen ersucht, beimHerzog sich dahin zu verwenden, daß er, in Anerkennungbereits geleisteter und noch zu leistender Dienste, und in Er-innerung des alten Besitzrechtes, welches sein Haus einstgenossen, und welches unter Götz dem Haslacher ver-loren gegangen war, Stadt und Amt Dornstetten als Le-hen wieder erhalten möge. Der Gewährung dieser Bittewiderstritt aber der von Standen und Herzog festgehalteneGrundsatz der Unzertheilbarkeit des Landes. Dafür verhießPhilipp dem Grafen als Entschädigung eine Summe von19,999 Gulden auf den Fall, daß eine entscheidende Schlachtgeliefert, oder der Herzog auch sonst wohl auf feindlichenWegen sein Fürstenthum wieder erwerben und der Grafzu beider Zufriedenheit gedient haben würde. Ohne wederfür, noch wider dieses Anerbieten sich zu erklären, wen-dete Wilhelm, der persönlichen Gesinnung des Herzogsvertrauend, sein Redlichstes im Interesse desselben an.

Als nun aber die drei Monate seiner vertragsmäßigenDienstzeit verstrichen und die Zwecke des Feldzugs erreichtwo.den waren, bezahlte der Landgraf, statt der versproche-nen 19,009 Gulden, blos 3423 und stellte dem Grafen,mit schönen Phrasen seine Eitelkeit kirrend, ein sehr gün-stiges Zcugniß über die Natur der von ihm geleistetenDienste aus. (st Es scheint, daß Wilhelm hierin sich etwasüberraschen ließ und die Sache nicht ganz reiflich bedacht

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