Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
Seite
21
Einzelbild herunterladen
 

— 21 —

gleich wie in frühern Jahrhunderten, bedeutsam einzuwir-ken. »Die tcutsche Ritterschaft« — schrieb Jobannes Müllernoch im 19. Jahrhundert an einen edlen Thronfolger — »warauch national und es glühte in ihr ein Blut, welches einstnoch aufkochen könnte.« (') Dieser Wink für TeutschlandsAdel, im Geiste seiner Vater, für sein Volk, sich zu rcstan-rircn, hat auch noch setzt seine Bedeutung nicht verloren.Nicht durch Rückforderung des Unwiederbringlich-Verlore-nen, sondern durch Erwerb neuer edlerer Bcsitzthümcr,durch Verthcidiguug der Nationalfrcihciten gegen Despo-tie, wie gegen Anarchie, würde der tcutsche Adel ein neuesunvergängliches Denkmal sich errichten. Denn also habenin Tagen der Vorzeit die bessern Altvordern gcthan.

Aus so eben entwickelten Ursachen schloß Wilhelm vonFürstenberg sich enge der Stadt Straßburg an, derenNachbar und Wcrbnngcachtcter er überdies war.

^ Er ergriff, als Landvogt der Ortcnan, auf das Leb-

hafteste Partei in allen ihren Händeln mit dem Bischof,und bezeigte diesem Letzten: nicht geringen Trotz undÜbermuth. Spottwcis pflegte daher der Bischof ihn nurden »Grafen von Straßburg» zu nennen, und lauerte al-ler Wegen ihm auf, um für erlittenen Schimpf und Scha-den sich zu rächen. Die Chronik meldet in Bezug auf dieseFehde manch seltsames Abentheuer. (°) Eines Tages hatteder Bischof Wilhelmen ausgekundschaftet, als dieser gerademit 29 Pferden sorglos in der Gegend von Straßburg ritt.Jener nahm sogleich 59 Pferde mit sich und griff den Gra-fen in einem Hinterhalte und in einer für ihn äußerst un-günstigen Stellung an, so das; aller Widerstand fruchtlos

(9 Schreiben an den Kronprinzen (nninnehrizen König) vonBaicru,

Sammtliche Werke. Bd. XVUl.

(') Zimmern'sches Mannscript.