— 8 —
Herzog Ulrichs, seines ehemaligen Herrn, der nach derHohcn-Krähcn Gelüsten trug, lieferte, als der schwabischeBund, von welchem Graf Wilhelm selbst ein Mitgliedwar, jenes berüchtigte Raubschloß belagerte, (') ohne Wis-sen und Willen seines Herrn, alles Geschütz und Pulver,so auf dem Wartcnberg gestanden, dem von Friedingenund den übrigen Belagerten geradezu in die Hände; ja,um das Maaß des Frevels zu füllen und, da er den Bruchmit dem Grafen für unvermeidlich sah, mit so reicher Beuteals möglich, zu scheiden, plünderte er die ihm anvertrauteBurg selber rein aus und flüchtete stch sofort. Diese Thatentflammte das Gcmüth des Grafen eben so sehr zur Rache,als ste ihm persönlich großen Nachtheil drohete. Es betrach-tete der schwäbiscbe Bund eine Zeitlang das Geschehene alsWilhelms eigenes Werk, und Kaiser Mar verwies ihm dieSache auf das Bitterste. Wenig fehlte es, und Fürstenbcrgwäre zu aller erlittenen Einbuße noch geächtet worden;endlich gelang es ihm, Kaiser, Stände und Bund vondem wahren Zusammenhang der Sache zu überzeugen. Ersann nun auf Züchtigung des Vcrräthcrs; aber derselberüstete stch zu Fuß und zu Roß eifrig zum Widerstände.Von beiden Seiten wurden kleine Sträuße bestanden undGefangene eingebracht. Weiteres geschah jedoch nichts.
Endlich legte stch Herzog Ulrich von Würtemberg indie Sache und trachtete, durch Wilhelms Verwandten, denGrafen Christoph von Wcrdenbcrg, dieselbe zu Mitteln.Lienhard von Reischach und Dieterich Späth wurden andenselben abgesendet. Sie ritten mit ibm nach Geisingen,um die nöthigc Verhandlung über den Vergleich zu pflegen.Mittlerweile hatten die Fürsteubcrg'schen den Wartenberg
(') S. darüber K. Walch »ers Geschichte der Stadt Ratolph-zell, UI. Bd., Z. Kap.