Druckschrift 
2 (1830)
Entstehung
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wie über scin sittliches Betragen genaue Aufsicht tragensollte. Der Pfaffe, von mehr Gutinüthigkeit als Verstand,ließ sich de» jungen Herrn äußerst angelegen scyn und un-terwarf ihn der strengsten und unmittelbarsten Aufsicht;allein der feurige Geist in dem Jüngling vertrug sich mitsolcher Beschränkung seiner Freiheit nicht, und er wußteauf sehr humoristische Weise längere Zeit alle Anstrengun-gen seines Lehrers zu vereiteln, bis derselbe, zu Aufrccht-haltung des kleinen Restes von Lehrcransehen, genöthigtwurde, seiner sich gänzlich zu cntschlagen und den Elternihn zurückzugeben. (')

(°) Der Graf mußte, damit keiner seiner Schritte unbewachtbliebe, in Nikolaus eigener Kammer schlafen. Er fand aberMittel, zu entkommen. Sobald die Nacht anbrach, stellte ersich schlaftrunken und ging zu Bette. Hier wechselte schnell mitihm ein Zunge aus der Stadt, welchen er eigens als Gesell-schafter unterhielt. So oft nun der Priester in das Schlafge«mach trat und den Pflegbefohlenen mit der gewohnten Frageanrief: lZuilielme, Zorrliis? gab der Stellvertreter, nach Verab-redung, zur Antwort: im, vomiue! Wahrend demnach MeisterNikolaus der tröstlichen Meinung war, der Graf liege imtiefsten Schlummer, erging sich derselbe mit einem Schwärmjunger Edler und lustiger Gesellen in den Straßen der Mu-senstadt. Mancherlei Wuthwille wurde da verübt und mancherehrbare Bürger durch das luftige Volk dermaßen geneckt, daßder Rath von Freiburg selbst sich in die Sache legte und denalten Lehrer auf die Gefahren aufmerksam machte, welche ihmdurch das unruhige Wesen des jungen Grafen persönlich dro-heten. Meister Nikolaus nahm diese Warnung mit einigerEmpfindlichkeit auf, weil überzeugt von der völligen Unschuldseines Schützlings, und sprach zu dem Nathe, welcher ihn vor-gefordert : »Beim heiligen Gott, Ihr Herren, Ihr thut dameinem jungen Herrn Unrecht. Jede Nacht liegt er in meiner