Druckschrift 
Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
Seite
137
Einzelbild herunterladen
 

137

schaft, die wir zusammengehabt haben, nit leiden mögen;die wollen gern Unfrieden zwischen uns machen. Duweißt, daß wir Dir die Sach, die sich vor der BarbaraHochzeit verloffen hat, oft abgebeten haben; ich hätt haltgemeint, wenns noch um ein grosser Ding zu thun ge-nießt, wir wollten Verzeihung erlangt haben von Gottund Dir. Darum bitt ich Dick noch herzlich um unsersErlösers willen, der darum in diese Welt kummen ist,daß er Fried zwischen Gott und den Leuten gemacht hat,laß diese Sach schlecht seyn, so doch unser lieber Herr sobarmherzig ist, daß er Niemand nichts versagt, der ihnanrufet wie viel mehr wir arme Menschen, die ohneUnterlaß Sunden nnd viel UebleS thun, so wir doch täg-lich beten: „De «limine nobis «lel>it-> noslra!" — Ichwill Dein Burg werden, daß Dich die würdige Mutternit mehr wird kapiteln, und laß uns mit Lieb und Freund-schaft leben. Wer weiß, wie lang es noch mvcht werden?Ich gedenk mir wohl, wir haben die meiste Zeit gelebt.Du hast ja die besten und getreuesten Freund hinnen, dieDu auf der Erden hast, man sag Dir gleich von uns,was man woll. Darum bitt ich Dich allerfreundlichst,laß Dir das Herz nit also verbittern gegen uns, wannich weiß wohl, daß mit Ingrimmsigkeit Dein Krankheitnur ärger wird. Nimm alle Ding von den Händen desHerrn, der alle Ding im Besten über uns verhängt, sollter Dir Dein gut Tag hie geben, so wird es dort üblergehen.

Es predigt unser Bayer solche gräusliche Ding vonder Holl, daß mich bedungt, mein Herz thut mir je gleich

38) Einige, durchaus unleserliche und dunkle.Zeilensind hier weggelassen.