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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
Seite
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besitzen. Ich bitte jedoch abermals, Ihr wollet mir auch' 'escs zu gut halten.

In den Bezug auf denjenigen Punkt Eueres Brie-fes, der Herrn Osiander betrifft, von dem E. W. äus-sert, daß ich seine Lehre nicht billige, so muß ich inWahrheit gestehen, daß ich keine andere Lehre billige,als die von Christus und seinen Aposteln. Die Menschensind Menschen, heute wie vor tausend Jahren. Das Wortdes Herrn aber bleibt ewiglich. Es wäre zu wünschen,daß jener die Art und Weise, wie man den Aufruhrdämpfen konnte, früher gelehrt hätte, ehe noch ein sogrosses Blutbad unter den Leute^ angerichtet worden.Doch bleibet es auch noch jetzt immerhin ein Verdienst,daß er zeigt, wie man künftigen Scenen dieser Art be-gegnen möge. Gott gebe, daß sein Vorschlag beachtetwerde.

Ich habe dafür gesorgt, daß alles abgeschriebenwerde; auch die Schrift von Doktor Wenzeslaus. DieSist die Ursache, warum ich die Sachen so lange zurück-behalten.

Mit Vergnügen höre ich, daß Philipp Me-lau ch t h o n hiehcr berufen worden. Schon lange erzähltemir von ihm der Ruf, er sey ein durchaus gerechter, un-tadeliger, aufrichtiger und Gerechtigkeit liebender Mann.Ich glaube schwerlich, daß er alles billigen dürfte, wasnun vorgeht, am allerwenigsten den Umstand, daß einigeLeute andere Menschen mit Gewalt zwingen wollen, ihreReligion anzunehmen, und zu solchen Dingen sich zu ver-stehen, die ihrem Gewissen widerstreiten. Gott verleiheihm und uns allen seinen heiligen Geist. Ebendemselben