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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
Seite
115
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kein Geld oder anders geben, ausgenumme» Essen undTrinken und Kleider, denn bei uns, das mügt Ihr nurwahrlich und eigentlich glauben, als einer, der solches fünfnnd vierzig Jahr erfahren hat, und mehr darum weiß,denn die aus lauter Neid und Argwohn viel sagen vonuns und den armen Vätern. Sie mögen uns wohl ent-behren, aber wir ihr nit. Mögt wohl ermessen, wasAergerung und Nachred unter dem gemeinen Volk würderstehen, sollt man sie je von uns thun, als hätten wirSchand und Laster mit einander gestellt. Ueber das istmir und meinem Consent das beschwerlich, sollt man unsLaienpriester geben, nachdem es itzt ein Gestalt mit dem-selben Volk hat, war uns lieber und nutzer, Ihr schickteinen Henker in unser Kloster, der uns allen die Köpfabschlug, denn daß Ihr uns die vollen, trunken, unken-schen Pfaffen zuschickt. Nun nöthet man keinen Eheholden (?),noch keinen Bettler, daß er muß eben beichten, wo seinHerrschaft will; wir, ärmer denn arm, sollten wir den'beichten, die selber kein Glanben an die Beicht haben;sollten wir das hochwürdige Sakrament empfangen vonden', die so viel Behemische Mißbräuch damit haben, daßSchand ist, sie zu hören; sollten wir den' gehorsam seyn,die weder dem Pabst, Bischof, Kaiser, noch der ganzenheiligen christenlichen Kirche gehorsam sind; sollten sie unsauch den schönen göttlichen Dienst niederlegen, und nachihren Köpfen ändern, was sie wollten; — wollt ich liebertod denn lebendig seyn.

Ich bitt Euch, laßt Euch das nit bewegen,daß man itzund mit Unwahrheit fürgiebt, das klar undhell Gottcswort sey uns verborgen, denn es von Gna-den Gottes nit wahr ist. Wir haben das alt und neuTestament eben als wohl hinnen, als ihr draussen.