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Charitas Pirkheimer, ihre Schwestern und Nichten : Biographie und Nachlaß
Entstehung
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platz, als man uns denn oft droht. Ehe wir das wolltenleiden, wollten (wir) eher sterben. Es haben etlich grosseLeut gesagt, man kann unS nit eher auf solche Peen brin-gen, man nehm uns dann die Münch. Mich nimmtWunder, was sie Trost davon haben, daß sie uns so garwollten verschmähen. Mich bedunkt in meiner Einfältig-keit, wenn sie ihr Rathstuben wohl regierten, und ließenuns in nnserm Kloster mit für Gott dienen, wär vielbesser, denn daß sie einen Tanz fiedelten, als zu Engel-thal und heiligen Grab. Aber der Eonvent ist von derGnaden Gottes ganz einig, haben keine Lust zu der Nar-renweis.

Die W. Mutter läßt Dich herzlich grüßen und be-fiehlt Dir die Sach in Dein getreues Herz und bitt Dich,als lag fie vor Deinen Füssen, daß Du helfest und ret-test, daß wir an Seel und Leib kein Schaden nehmen.Laß Dich erbarmen, daß all unser Freund itzo in der Sachunser groß Feind sehn, und daß wir niemand treu aufdisem Erdrich haben, dem wir dürfen traun, denn Duallein. Man sagt, wenn fie diese Sach hindurchtrciben,wollen sie sich hernach all unser zeitlich Güter auch unter-winden; da hätten fie uns denn ganz im Sack. Aber be-rath sie Gott! wir vertrauen weder über Geistliches nochZeitliches.

Verzeih mir um Gotteswillen mein ungeschicktSchreiben. Du kennst mich wohl, ich bin eine grobeBaierinn, darum Hab ich eben geschrieben, wie eS mir umdas Herz ist. Verbrenn den Brief! Das Kätherlein läßtDich freundlich grüssen. Hiemit bist Gott ewiglich befohlen.

Sc>rc>r Klara Dein Schwester.